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Vertrag mit Ralf Hoja nicht verlängert

Nach 5 Jahren trennen sich die Wege

Þ16 April 2021, 10:08
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Hammer Eisbaeren Kopie
Hammer Eisbaeren Kopie

Nach fünf Jahren trennen sich die Wege von Trainer Ralf Hoja und den Hammer Eisbären. Der Verein wird den Vertrag mit dem 60-jährigen Coach nicht verlängern. Damit endet eine erfolgreiche Ära, denn Hoja führte in seiner Zeit die Eisbären sportlich auf eine höhere Stufe.

Hamm – Es war nur ein kurzes Gespräch, das Jan Koch mit Ralf Hoja führte. Ein Gespräch, nach dem sich beide Seiten auch noch freundlich in die Augen sehen konnten. Die Hammer Eisbären werden den Vertrag mit dem Trainer, der fünf Jahre lang überaus erfolgreich in Werries tätig war, nicht verlängern. „Ich habe Jan gesagt, dass wir nicht rumeiern müssen. Die Eisbären wollen den nächsten Schritt gehen, sich dabei professioneller aufstellen. Und einen höheren Aufwand als bisher kann und will ich neben meiner beruflichen Tätigkeit nicht leisten“, zeigt der 60-jährige Jurist Verständnis für die Entscheidung der Offiziellen des Eishockey-Oberligisten.

„Ich hatte fünf tolle Jahre in Hamm, was schließlich meine erste Trainerstation im Seniorenbereich war. Ich habe mich immer voll mit diesem Verein identifiziert. Ich werde auch in Zukunft weiter interessiert verfolgen, was bei den Eisbären passiert“, versichert Hoja.

Hammer Eisbären und Ralf Hoja gehen getrennte Wege: Trainer war ein Glücksgriff
„Wir wollen uns strukturell anders aufstellen, brauchen einen Trainer, der auch mal morgens eine Übungseinheit leitet. Außerdem wollen wir nach fünf Jahren, was im Eishockey eine sehr lange Zeit ist, neue Impulse setzen“, beteuert Koch. „Wir sind Ralf sehr dankbar dafür, was er für uns in den fünf Jahren geleistet hat. Er war ein Glücksgriff für die Hammer Eisbären. Wir werden weiterhin freundschaftlich verbunden bleiben“, erklärt der Manager.

Erste Kontakte zwischen den Eisbären und Hoja hatte es bereits 2015 gegeben, als die Kenston-Unternehmensgruppe aus Köln versuchte, die Eishalle in Hamm zu übernehmen und bei den Eisbären einzusteigen. „Ich hatte damals einen Vertrag als hauptamtlicher Trainer mit Kenston. Wir haben sogar schon einmal trainiert, bis mir der damalige Eisbären-Vorsitzende Werner Nimmert mitteilte, dass sich Kenston zurückziehen würde und der Verein kein Geld hätte, mich zu bezahlen“, erinnert sich Hoja. Der war nach seiner aktiven Laufbahn als Bundesliga-Spieler des ECD Iserlohn und des Berliner SC viele Jahre lang im Eishockey-Nachwuchsbereich tätig. Davon vier Jahre lang beim Krefelder EV, zudem von 2005 bis 2015 als Junioren-Bundestrainer in verschiedenen Altersklassen beim Deutschen Eishockey-Bund.

Hammer Eisbären wurden Regionalliga-Meister 2017
Ein Jahr später trat er als Nachfolger von Daniel Galonska schließlich doch in Werries seinen ersten Job als Coach im Seniorenbereich an. „Da ich zu diesem Zeitpunkt mein Geld nicht ausschließlich mit Eishockey verdiente, sondern beruflich abgesichert war, sind wir uns finanziell einig geworden“, erzählt Hoja, der gleich in seinem ersten Jahr die Eisbären zur Regionalliga-Meisterschaft führte. Am 1. April 2017 besiegten die Hammer entscheidenden fünften Finalspiel vor der Rekordkulisse von 1800 Zuschauern am Maxipark die Ratinger Ice Aliens mit 5:2. Für Hoja ein perfektes Debüt bei den Senioren. „Ich hätte vielleicht schon eher diesen Sprung wagen sollen. Das macht hier richtig Spaß“, zeigte er sich damals von der jubelnden Kulisse in Hamm beeindruckt.

Es folgten weitere gute Jahre in der Regionalliga, wenn auch der ganz große Coup nicht mehr gelang. Mit dem NRW-Landespokal (2019) wurde aber eine weitere Trophäe gewonnen. „Wenn ich daran denke, wie wir hier angefangen haben, nehme ich für mich in Anspruch, zu behaupten, dass ich diesen Verein sportlich auf eine andere Stufe gestellt habe“, betont der 60-Jährige. „Daher war es eigentlich logisch, dass mit dem Sprung in die Oberliga der nächste Schritt in Hamm folgte.“

Ralf Hoja hat sich seinen Abschied ganz anders vorgestellt

Seinen Abschied von den Eisbären hätte sich Hoja allerdings ganz anders gewünscht. Der letzte Platz in der Oberliga Nord war nicht das, was er sich für sein letztes Jahr in Hamm vorgestellt hat. „Diese Saison mit den Corona-Unterbrechungen und ohne Zuschauer hat den Vereinen und auch den Spielern vieles abverlangt“, sagt der Coach. „Vor meiner Mannschaft kann ich allerdings nur den Hut ziehen. Die Jungs haben trotz der vielen Niederlagen in keiner Phase der Saison ans Aufgeben gedacht, sie haben sich immer wieder aufgerafft und sind als Mannschaft nicht zusammengebrochen“, betont der Coach. „Dass wir ohne Fans spielen mussten, hat uns als Neuling besonders weh getan. Ich hätte mich nach dieser sehr schönen Zeit in Hamm auch sehr gerne von unseren treuen Anhängern persönlich verabschiedet. Wegen der Pandemie war das ja nicht möglich.“

Er selbst will jetzt erst einmal Abstand gewinnen. Ob er in Zukunft weiter als Trainer arbeiten wird, lässt er allerdings offen. „Bisher hat in meinem gesamten Leben das Eishockey stets eine sehr große Rolle gespielt. Ich werde diesem Sport immer verbunden sein“, erklärt Hoja. Er bestätigt, dass es inzwischen sogar schon Anfragen von anderen Vereinen gegeben hat. „Doch weit fahren möchte ich auch in Zukunft nicht“, sagt Hoja, der in Schwerte wohnt. „Ich lass das alles auf mich zukommen.“

Jeff Job als Nachfolger von Ralf Hoja gehandelt
Den Eisbären will er auf jeden Fall treu bleiben. „Wie Iserlohn, für das ich lange gespielt habe und Krefeld, wo ich viele Jahre im Jugendbereich tätig war, werde ich auch die Eisbären stets als meinen Verein ansehen.“

Hamms Manager Koch will jetzt möglichst schnell die Nachfolge regeln. Schließlich soll der neue Coach in die Personalplanungen für die neue Oberliga-Saison mit einbezogen werden. Die Gerüchteküche in Werries brodelt. Und ganz hoch wird in Fan-Kreisen der Kanadier Jeff Job gehandelt, der nach sechs Jahren seinen Vertrag beim Herforder EV nicht verlängert und den Abschied bereits verkündet hat. Koch bestätigt zwar Gespräche mit möglichen Kandidaten, will Namen aber erst nennen, wenn der Vertrag unterschrieben ist. Das könnte schon sehr bald passieren.

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