









Dank Ties van Soest gewannen die Tilburg Trappers das erste Duell mit den Passau Black Hawks in der ersten Runde der Playoffs mit 6:3. Der ganze Zirkus zieht nun nach Bayern um, wo am Dienstagabend (Beginn 19:30 Uhr) das zweite Aufeinandertreffen auf dem Programm steht.
Der Kampf zwischen dem Zweitplatzierten der Oberliga Nord und dem Siebten der Süddivision bot für jeden etwas. Neun Tore, drei Schlägereien, 87 Strafminuten, Glanzleistungen und wenig Akzeptanz für die Autorität der Schiedsrichter. Und nachdem sich der Staub gelegt hatte, konnten die Trappers den ersten Sieg der Nachsaison verbuchen.
Vor allem die Anfangsphase war ereignisreich. In der dritten Minute ging die Heimmannschaft durch Delaney Hessels mit 1:0 in Führung. Sechs Minuten später gab es erneut große Aufregung im IJssportcentrum Tilburg. Die Stimmung kochte hoch, nachdem Ties van Soest bei dem Versuch, den Abpraller eines Schusses von Reno de Hondt zu verwerten, Black-Hawks-Torwart Marco Eisenhut traf. Nach einer regelrechten Schlägerei mussten nicht weniger als elf Spieler (sechs von den Trappers und fünf von Passau) auf der Strafbank Platz nehmen.
Eineinhalb Minuten vor der ersten Pause erzielte Carl „Buster” Larsson den Ausgleichstreffer. Ein Schuss von Delaney Hessels wurde abgeblockt und landete vor dem Schläger von Mans Hansson, dem anderen Schweden bei Passau. Mit einem wunderschönen Pass schickte er seinen Landsmann auf Abenteuerreise. Auge in Auge mit Cedrick Andree machte der hochgewachsene Skandinavier keinen Fehler: 1:1.
Der (Anfang) des zweiten Drittels war eine Wiederholung der ersten Spielphase. Innerhalb von sechs Minuten baute Trappers durch Tore von Ties van Soest und Jordy Verkiel die Führung auf 3:1 aus. Die Gäste beugten sich zwar, brachen aber nach diesen beiden schnellen Schlägen nicht ein. Im Gegenteil: Kurz vor der Halbzeit war es erneut Larsson, der für Passau den Anschlusstreffer erzielte.
17 Sekunden später überschritt Tom Horschel mit einem gefährlichen und rücksichtslosen Check gegen das Knie von Kobe Roth deutlich die Grenze des Zulässigen. Jordy Verkiel sprang sofort für seinen Teamkollegen ein, und eine kurze Schlägerei brachte das Publikum erneut auf die Beine. Der stellvertretende Kapitän von Passau durfte nach Sichtung der Videobilder vorzeitig duschen gehen.
„In den letzten Jahren hat man solche Aktionen nicht mehr allzu oft gesehen. Dennoch gehört es zum Eishockey dazu. Man darf sich nicht alles gefallen lassen. Vor allem nicht im eigenen Haus”, kommentierte Max Hermens die Schlägerei. Kurz vor der zweiten Unterbrechung stellte Ties van Soest den Vorsprung wieder her: 4:2. „Zwei offene Tore, aber man muss eben da sein“, lachte Trappers Nummer 4 nach dem Spiel und zeigte seine Zähne.
In der dritten Spielperiode ging das Licht bei den Zwarte Haviken langsam aus. Ein herrlicher Steal von Kobe Roth gegen Marlon D'Acunto war die Einleitung für das schöne 5:2 von Reno de Hondt. Obwohl Tjalf Deichmann mit einem Powerplay-Tor noch einmal für Spannung sorgte, war der Sieg von Tilburg nicht mehr in Gefahr. Phil Marinaccio entschied das Spiel mit seinem fünften Empty-Netter dieser Eishockeysaison: 6:3.
Mit einer 1:0-Führung in der Serie steigt die Mannschaft des Trainerduos Danny Albrecht-Dennis ten Bokkel am Montagmorgen (8:00 Uhr) in den Bus für die 802 Kilometer lange Reise nach Passau. „Wir haben eine nette Truppe, daher ist es keine Strafe, mit ihnen eine lange Reise zu unternehmen. Ich weiß nicht, was uns erwartet, da wir dort noch nie gespielt haben. Es kommt darauf an, genau wie heute Abend, von der ersten Sekunde an voll bei der Sache zu sein. Wenn wir das tun, sollten wir auch dort gut abschneiden können”, blickte Max Hermens bereits auf den Dienstagabend voraus.
Für Andrew Schembri und seine Teamkollegen wird Spiel 2 sofort entscheidend. „Wir spielen gut gegen Top-Teams. Das haben wir das ganze Jahr über gezeigt“, so der ehemalige Spieler von Eindhoven und Zoetermeer. Trotz der Niederlage erwartet der Kanadier daher keine großen Änderungen in der Spielweise. „Ich sehe keinen Grund zur Panik. Wir müssen unsere Torchancen nutzen. Im ersten Drittel hätten wir mehr als ein Tor erzielen müssen.“
Quelle:
Tilburg Trappers