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Ι-Θ
(1:1) - (0:2) - (3:1) - (0:0 ОТ) - (1:0 SO)
18.11.2022, 19:30 Uhr

Starke Comebacks der Füchse

Weißwasser schlägt Kaufbeuren im Penaltyschießen

Þ19 November 2022, 13:17
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Lausitzer Füchse

Als Roope Mäkitalo als 12. Schütze seinen Strafschuss verwandelte und seinen Farben damit den Zusatzpunkt sicherte, da waren die 2041 Zuschauer endgültig aus dem Häuschen und die sieben Kaufbeurer Schlachtenbummler – mit Kuhglocke unüberhörbar – sicher enttäuscht. Denn nach 40 Minuten sahen die Allgäuer schon wie die Sieger aus. Im Schlussabschnitt aber legten unsere Jungs nicht nur ein, sondern gleich zwei Comebacks hin. Sicher kam dem EHC dabei entgegen, dass die Gäste etwas undiszipliniert agierten und drei Strafen kassierten. Dieses Mehr an Willen und Biss, das Coach Petteri Väkiparta nach dem 1:3 gegen Regensburg gefordert hatte, war da unübersehbar. Und das 4:4 ein richtig „dreckiges“ Tor.

Weißwasser begann mit Toni Ritter hinten und der Garlent-Sturmlinie vorn im ersten Block, den diesmal wieder Eric Hördler (gut) komplettierte. Teemu Henritius stürmte im zweiten Angriff mit Lane Scheidl und Clarke Breitkreuz. Damit war klar, dass heuer keine Ausländerposition ins Tor vergeben worden war, das Kristian Hufsky sehr gut hütete. Ehe der nach sechs Minuten erstmals eingreifen musste, hätten die Füchse schon 2:0 führen müssen. Die ESVK-Verteidigungsdrittel-Dauerbelagerung erbrachte aber nur das 1:0 in Überzahl durch Hunter Garlent, der mit einem „Schrägstrich“ unter das Torgebälk Maximilian Meier im Gehäuse der Wertachstädter keine Chance ließ. Dicke Gelegenheiten hatten davor Garlent, Hördler und Kristian Blumenschein (alle 1.) und erst recht Kapitän Clarke Breitkreuz, der dem praktisch schon geschlagenen Gäste-Hüter das Spielgerät an die Matte schob (4.). Dann war es zweimal Joey Lewis, der die Rot-Gelben im Fuchsbau anmeldete. Zweimal stoppte Hufsky das Spielgerät (6./ 10.), das dann doch in unserem Netz lag. Ein Blueliner von Dieter Orendorz fand den Weg durch Freund und Feind, derweil unser Schlussmann aber auch gar keine Sicht hatte. Mit dem Ausgleich wurde das Match endgültig ausgeglichen – aber nicht lange. Ein Check von Maximilian Heim gegen Nicola Appendino wurde nach Videobeweis mit fünf Strafminuten plus Spieldauerdisziplinarstrafe geahndet. Darüber, ob dieses Urteil das richtige war, wurde in der Arena heftig diskutiert. Mit super Einsatz killten unsere Mannen die lange Strafe – auch, weil Kristian Hufsky stets auf der Höhe war. So ging es Unentschieden in die erste Pause.

Der Mittelabschnitt wurde nicht mehr mit dem ganz offenen Visier geführt. Garlent hatte das 2:1 auf dem Schläger, doch Maxi Meier fing das Ding weg (24.). Lange fehlten große Tormöglichkeiten. Langweilig war es aber nie. Blau-Gelb verteidigte auch die nächste umstrittene Strafe gegen Maximilian Adam (Schiri Mischa Apel hatte einen Stockschlag gesehen) sehr gut. Aber die Buron Joker wirkten jetzt phasenweise entschlossener. Und plötzlich stand es aus EHC-Sicht 1:2. Jere Laaksonen fälschte einen Schuss von Philipp Bidoul unerreichbar für unseren Keeper ab. Der Videobeweis zeigte, dass es kein Torraumabseits war. Simon Schütz hätte kurz darauf erhöhen können, zögerte aber mit dem Abschluss zu lange (36.). Dann wurde es auch noch kurios. Marcus Lillich semmelte aus guter Position frei über unsere Kiste. Der Puck sprang von der Bande zurück schräg neben das Tor. Und beim Rettungsversuch bugsierte Julian Wäser die Scheibe über die Linie – Eigentor… Dieses Unglück hing den Unsrigen doch in der Jacke. Beinahe hätte Top-Scorer Sebastian Gorcik noch auf 4:1 gestellt. Das verhinderte unser Hüter (39.).

Was würde in der letzten Periode noch gehen? Zunächst provozierten die Heimischen Strafen. Als Tomas Schmidt draußen saß, probierte es Henritius frei aus drei Metern. Meier war zur Stelle (43.). Gerade komplett wurde Joker Laaksonen herausgestellt. Vier Sekunden später folgte Käpt’n Breitkreuz. Bei vier gegen vier zog Roope Mäkitalo auf und davon, umspielte auch noch den Allgäuer Torwart und verkürzte. Dieser Treffer brachte viel Leben zurück – auf und neben dem Eis. Nach 48 Minuten wurde Torschütze Orendorz auf die Strafbank geschickt. Nach 49 Minuten lochte Lane Scheidl am kurzen Pfosten das 3:3 ein. Und die Lausitzer wollten noch mehr. Jede sich bietende Scheibe wurde zum Tor gebracht. Scheidl verfehlte einen Rebound vor dem leeren Drahtkäfig (54.). Und dann schepperte es – aber hinten. Mikko Lehtonen hatte auf einmal zu viel Platz und nutzte ihn. Der ESV führte wieder. Unsere Mannschaft war heute aber um keine Antwort verlegen. Lange bot sich keine Gelegenheit, den Torwart für den sechsten Feldspieler zu ziehen. Gerade als Hufsky ging, würgte Roope Mäkitalo die kleine Schwarze hinter Meier. Da waren es noch 26 Sekunden… Die liefen dann eher ereignisarm herunter.

Dafür war die Verlängerung spektakulär. Hunter Garlent erschien ohne Goldhelm in „Tarn-Schwarz“. Lane Scheidls Sololauf stoppte Maxi Meier (62.). Dann tauchte Gorcik allein vor Hufsky auf, kam an dem aber nicht vorbei (63.). Ein Beinstellen von Torhüter Meier bescherte den Unsrigen das letzte Powerplay. Da wischte Breitkreuz vor dem leeren Tor über den Puck (64.). So musste der Shootout entscheiden. Von den ersten drei Schützen trafen Garlent und Lewis. Das vierte und fünfte Paar scheiterte, wie auch Tyler Spurgeon als elfter Shooter. Dann lief Roope Mäkitalo an und krönte seinen heute überragenden Auftritt mit dem hochverdienten und umjubelten Siegtreffer.

Endlich haben sich die Füchse für ihren couragierten und leidenschaftlichen Auftritt mal belohnt. Dass das Match gegen den ESVK auch „optisch“ anders verlaufen würde, als das Dienstags-Spiel gegen Regensburg, war absehbar. Dennoch sah es nach zwei Dritteln so aus, als könnte wieder „das Übliche“ passieren. Doch denkste… Unsere Special Teams stachen endlich! Mit wirklich vorbildlichem Einsatz holte man den Zwei-Tore-Rückstand auf. Und noch stärker: Auch das blöde 3:4 wurde weggesteckt und zurückgeschlagen. Apropos „schlagen“: Diese Begegnung heute könnte das Zeug haben zu einem Befreiungsschlag. Möge er es werden.

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