









Der EHC Neuwied ist noch ein Sieg vom Endspiel der Central European Hockey League (CEHL) entfernt. Gegen die Unis Flyers Heerenveen gelang im heimischen Icehouse der wichtige zweite Sieg. Das 5:4 (1:1; 3:1; 1:2) war ein Krimi, fiel aber deutlich knapper aus als die Partie aussah.
Schon so häufig in dieser Saison waren frühe Tore die Sache der Bären, auch am Samstag in Heerenveen lagen sie schon in der ersten Minute mit 1:0 in Führung. Diesmal war der frühe Jubel den Flyers vorbehalten. Erster Wechsel, erster Schuss auf Felix Köllejan, erster Treffer. Matt Green blieb im Zweikampf stabil, empfing den Pass von Jasper Nordemann und ließ im Eins-gegen-null gegen Köllejan den EHC-Schlussmann aussteigen. Mit der Rückhand schob der Kanadier den Puck nach nur 19 Sekunden über die Linie. Die Antwort folgte schnell. Artjom Alexandrovs starke Einzelleistung endete mit dem Ausgleich (3.).
Die Bären übernahmen danach schnell wieder die Rolle der Mannschaft mit dem Plus an Spielanteilen, Heerenveen knüpfte an die Auswärts-Strategie aus Spiel eins an und versuchte aus der Defensive heraus Nadelstiche zu setzen. Und das war gefährlich. Nach einem Fehlpass in der Neuwieder Abwehr kam Green in der 13. Minute zum Abschluss, aber Köllejan parierte. Noch knapper in Minute 17: Dave van den Bos setzte die Scheibe mit einem Schuss von der linken Seite an die Latte. Die Mannschaft von Jeffrey van Iersel verlagerte das Geschehen einige Male in den Slot unmittelbar vor das Tor von Martijn Oosterwijk, aber dort kam entweder der letzte Pass nicht an oder der niederländische Schlussmann hielt die Schotten dicht.
Im zweiten Drittel platzte der Knoten bei den Gastgebern mit gleich drei Toren. Die Überzahlsituationen trugen dazu bei, dass sich das Geschehen noch stärker ins niederländische Drittel verlagerte. Mit Marcus Eberl und Elia Schwebius leiteten diesmal zwei deutsche Schiedsrichter die Begegnung, die die Flyers-Aktionen, die die Grenze überschritten, konsequenter ahndeten. Aus drei Powerplays, darunter gut 30 Sekunden bei fünf gegen drei, machte der Titelverteidiger ein Tor. Jeff Smith schoss nach Juuso Rajalas Vorlage aufs kurze Eck und überraschte Oosterwijk (23.). Jetzt lief’s für den EHC: Viktor Nordemann fälschte Marcel Martens Schuss von der blauen Linie nach unten ins eigene Tor ab (27.) und Ludvig Hedström erhöhte aus dem Handgelenk sogar zum 4:1 (37.). Das Spiel schien nach dem 3:1 für Neuwied und dem 4:3 nach Verlängerung für Heerenveen diesmal klarer zu enden.
Aber die Gäste hatten eine Qualität, mit der sie fast aus dem Nichts wieder ins Spiel fanden: das Powerplay. Nachdem Justus Mikkonens Schuss von Köllejan zunächst stark in die Höhe abgewehrt worden war, sprang die nach unten zurückkommende Scheibe doch noch in den Kasten (39.). Die Bären und 1008 Zuschauer trauten im letzten Drittel ihren Augen nicht, als der dominante EHC seine Führung einbüßte. Troy Williams traf aus der zweiten Reihe durch das Getümmel vor dem Neuwieder Tor (46.) und erneut Mikkonen glich zum 4:4 aus (50.). Die beiden Tore in Überzahl waren eine Charakterfrage für den Hauptrundenersten. Nach einem Moment des Schüttelns nahm van Iersels Team das Heft wieder in die Hand und ließ in Minute 56 das Icehouse beben. Christian Sprez zog von der rechten Seite in die Mitte und zielte präzise über Oosterwijks Fanghand sowie unter die Latte. Der Lautstärkepegel ging durch die Decke nach diesem Schuss zur erneuten Serienführung und zum Matchball für das vierte Duell am Freitagabend in Heerenveen.
Quelle:
EHC Neuwied