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10.08.2019, 15:53

Löwen schlagen sich achtbar

Zwei Niederlagen gegen finnische Topklubs

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Löwen Frankfurt
Löwen Frankfurt

Im ersten Vorbereitungsspiel zur neuen Saison schlägt HPK aus Finnland die Löwen mit 4:1.

Der Vizemeister der vergangenen DEL2-Saison zu Gast beim amtierenden Meister der finnischen Liiga. Genau dieser Gegner erwartete die Löwen Frankfurt bei ihrem ersten Testspiel für die neue Saison. Beim Einladungsturnier im finnischen Hämeenlinna trafen die Löwen im ersten von zwei Spielen auf Gastgeber HPK. Dabei setzte sich der finnische Champion vor rund 80 mitgereisten Frankfurter Fans in der Ritari-Areena mit 4:1 (2:0, 0:0, 2:1) durch.

Die Partie sah zwar auf dem Papier wie ein Duell der Gegensätze aus, doch es gab auch einige Gemeinsamkeiten. Schließlich stammen die drei Löwen-Coaches Matti Tiilikainen, Marko Raita und Valtteri Salo aus Hämeenlinna. Sie alle haben für HPK gespielt und waren dort vor ihrem Wechsel an den Main im Nachwuchsbereich als Trainer tätig.

Entsprechend motiviert sind sie in „ihr Heimspiel“ gegangen. Und obwohl die Löwen, die erst am Montagabend ins Training eingestiegen sind, vor diesem ersten Test nur sieben Eiseinheiten absolviert hatten, schlugen sie sich wacker gegen HPK. Konnten sich Frankfurts finnische Trainer nach den ersten 20 Minuten vor allem bei Torhüter Patrick Klein bedanken, standen die Löwen ab dem Mittelabschnitt viel besser. Torchancen waren Mangelware. Den einzigen Treffer der Frankfurter erzielte Lukas Koziol in Unterzahl.
Klein macht sich groß

Die Gastgeber gaben von Beginn an das Tempo vor. Gleich mehrfach musste der neue Löwen-Goalie Patrick Klein in den ersten Minuten auf der Hut sein. In der 4. Minute schickten die Schiedsrichter dann Adam Mitchell wegen eines Crosschecks auf die Bank. HPK nutzte die Überzahl. Nach einer feinen Pass-Stafette hatte der freistehende Joona Monto keine Mühe zur 1:0-Führung der Gastgeber einzunetzen (5.).

Auch in der Folgezeit merkte man, dass die Löwen noch nicht lange zusammenspielen. Immer wieder gab es Abstimmungsprobleme – nachvollziehbar nach gerade einmal sieben Trainingseinheiten. So tauchte in der 9. Minute Erkka Seppälä nach schönem Steilpass allein vor Klein auf. Doch Frankfurts Schlussmann blieb cool und hielt den Puck.

Erst nach 12 Minuten konnten die Löwen erstmals etwas mehr Druck aufbauen und sich im gegnerischen Drittel festbeißen. Nach Zuspiel von Lukas Koziol kam Magnus Eisenmenger frei zum Schuss. Doch der Puck flog knapp am Tor vorbei. In der Folge eroberte Eddie Lewandowski die Scheibe, zog vors Tor und prüfte Torhüter Antti Karjalainen.

Spätes Gegentor

Dann waren wieder die Finnen dran und konnten sich zwei gute Möglichkeiten erarbeiten. Doch quasi im Gegenzug probierte es wieder Lewandowski. Nur um wenige Millimeter verfehlte sein Schlagschuss von links das Gehäuse von HPK (15.).

Als sich beide Seiten und die Fans in der Ritari-Areena schon mit dem Pausenpfiff beschäftigten, fiel fast aus dem Nichts das 2:0 für die Finnen. Obwohl ein finnischer Angreifer deutlich im Abseits stand, ließen die Schiedsrichter laufen. Der Puck kam zu Monto und sein Querpass vor dem Tor fand Markus Nenonen, der mühelos einschieben konnte (20.).

Gleich zu Beginn des Mittelabschnitts spielten die Löwen erstmals in Überzahl. Doch der Anschlusstreffer wollte nicht gelingen. In der Folge setzten beide Teams vor allem auf ihre Defensive. Gerade die Löwen standen hier besser als noch in den ersten 20 Minuten. Torchancen ergaben sich derweil nur wenige.

Finnische Drangphase

In der 32. Minute durften die Löwen ein zweites Mal in Überzahl agieren. Die Neuzugänge David Suvanto und Roope Ranta kamen zwar zum Abschluss, doch erneut hielt sich Karjalainen im HPK-Tor schadlos.

Die letzten Minuten des Mitteldrittels verliefen dann ebenso wenig spektakulär wie die ersten Minuten des 3. Drittels – bis, ja bis die Finnen das Tempo nochmals anzogen. Für einige Zeit schnürte der Liiga-Meister die Löwen im eigenen Drittel regelrecht fest. In dieser Drangphase fiel dann auch das 3:0 für HPK. Nach einigen schönen Pässen kam der Schuss von der blauen Linie, den Santtu Hakanen in die Maschen abfälschte (46.).

Erfolgreich in Unterzahl

Doch die Löwen steckten nicht auf. Sie überstanden ein Unterzahl-Spiel schadlos und durften beim nächsten Penalty-Killing sogar jubeln. Koziol (55.) klaute sich die Scheibe tief im gegnerischen Drittel, guckte sich den Goalie aus und lupfte den Puck dann trocken unter die Latte ins Tor zum 1:3.

In der Folge hatte Mitchell noch eine gute Möglichkeit (57.). Doch mitten in die Schlussoffensive der Löwen konterten die Gastgeber eiskalt. Nenonen bekam den Puck an der blauen Linie und zog ab. Erkka Sepälä hielt die Kelle in den Schuss und Klein blieb das Nachsehen (58.). Es war der Schlusspunkt dieser Partie.

HPK - Löwen Frankfurt 4:1 (2:0, 0:0, 2:1)

Tore:
1:0 Monto (5. / PP)
2:0 Nenonen (20.)
3:0 Hakanen (46.)
3:1 Koziol (56. / SH)
4:1 Sepälä (58.)



Zweiter Test: KHL-Team Sibir stärker als leidenschaftliche Löwen

Im zweiten Vorbereitungsspiel müssen sich die Löwen dem KHL-Club aus Nowosibirsk mit 2:6 geschlagen geben.

Mit etwas müden Beinen, aber viel Leidenschaft traten die Löwen Frankfurt im zweiten Vorbereitungsspiel auf die DEL2-Saison 2019/2020 gegen das russische Top-Team Sibir Nowosibirsk beim Einladungsturnier in Hämeenlinna an. Nur 16 Stunden nach ihrem Duell mit Gastgeber HPK lieferten sich die Löwen einen leidenschaftlichen Kampf mit dem KHL-Team, mussten sich aber mit 2:6 (0:4, 0:1, 2:1) geschlagen geben.

„Das Ergebnis mag es nicht verraten, aber wir haben heute besser gespielt als noch gestern Abend“, erklärte Löwen Head Coach Matti Tiilikainen direkt nach Spielende. „Wir haben uns nicht versteckt und hatten viele gute Aktionen. Schön, dass wir uns am Ende auch noch dafür belohnen konnten.“

Die Rede ist von den Treffern, die Neuzugang und U20-Nationalspieler Luis Schinko sowie Darren Mieszkowski von Kooperationspartner Krefeld erzielen konnten.

Sibir gibt Tempo vor

Von Beginn an fuhren die Russen ein enorm hohes Tempo. Anfangs merkte man dem einen oder anderen Löwen an, dass ihm das Spiel vom Vorabend noch in den Knochen steckte. Trotzdem hatten die Frankfurter die erste Chance: Leon Hüttl prüfte Alexei Krasikov im Sibir-Tor von der blauen Linie (2.).

Doch schnell zeigte sich die Klasse der Mannen aus Nowosibirsk. In der 2. Minute eroberte Mikhael Romayev den Puck in der neutralen Zone. Sein verdeckter Schuss ließ Patrick Klein, der erneut im Löwen-Tor begann, keine Chance.

In der 6. Minute erhöhte Nowosibirsk auf 2:0. Vladimir Pervushin brachte die Scheibe aus spitzem Winkel gezielt vors Tor. Viktor Komarov nahm den Pass direkt. Klein war zur Stelle, doch der Rebound landete direkt vor Pervushins Schlittschuhen und er schob aus kurzer Distanz ein (6.).

Wenig später spielte Frankfurt erstmals in Unterzahl. Diese Möglichkeit nutzte Sibir eiskalt aus. Ein Schuss von der blauen Linie von Alexander Loginov verfehlte knapp das Tor. Doch der Puck sprang von der Bande direkt vor den hinteren Pfosten, wo Alexander Sharov ungehindert einnetzen konnte (9.).

Löwen werden stärker

Die Russen machten weiter Tempo und kamen zu Chancen durch Alexei Yakovlev (11.) und Komarov (13.). Beide Male rettete Klein in höchster Not auf teils spektakuläre Art und Weise. Doch auch die Löwen ließen sich von dem Rückstand nicht einschüchtern. In der 12. Minute gelang ihnen ein sehr guter Aufbau im gegnerischen Drittel. Und nach einer langen Pass-Stafette über Eddie Lewandowski, Max Faber, David Suvanto und wieder Lewandowski landete der Puck auf dem Schläger von Lukas Koziol, der aus kurzer Distanz an Krasikov scheiterte.

Nur zwei Minuten später kam Max Eisenmenger über die rechte Seite. Er arbeitete sich zum Tor vor und hatte freie Schussbahn. Doch der Puck ging knapp am langen Pfosten vorbei. In der 17. Minute folgte die nächste dicke Löwen-Chance. Dominik Meisinger eroberte den Puck im neutralen Drittel und leitete somit einen Konter ein. Er spielte von links vors Tor zu Luis Schinko. Doch auch er blieb an Krasikov hängen.

Und so kam es, wie es kommen musste. Die Löwen nutzten ihre Chancen nicht und mussten zusehen, wie im zweiten Spiel in Folge in den letzten Sekunden des 1. Drittels ein Gegentor fiel. Gleb Zyryanov tankte sich auf rechts durch, zog vors Tor und überlistete Klein mit einem Rückhandschuss (20.) zum 4:0.

Viele Chancen für Löwen

Im Mittelabschnitt fanden die Löwen ihren Rhythmus und immer wieder Wege, ihren Gegner unter Druck zu setzen. Max Faber hatte gleich zwei Chancen – einmal auf Zuspiel von Stephen MacAulay (24.) und einmal auf Pass von Lewandowski (28.). Zwischen diesen beiden sehr guten Chancen lag allerdings noch ein russischer Treffer: Loginov hatte im Powerplay nach Verwirrung vor Klein mit einem strammen Schuss auf 5:0 erhöht gehabt (27.).

In der 29. Minute spielten dann auch die Löwen endlich einmal mit einem Mann mehr – und sie wussten zu gefallen. Der Puck lief gut und es gab zahlreiche Chancen. MacAulay, Martin Buchwieser, Carter Proft und Lewandowski – sie alle hatten einen Treffer auf dem Schläger, scheiterten aber an Krasikov und den Nerven.

Auch nach der Überzahl fanden die Löwen immer wieder Wege und Mittel, um ins Drittel der Sibirer zu gelangen. In der 36. Minute bediente Adam Mitchell Roope Ranta mit einem mustergültigen Pass. Doch der finnische Neuzugang kam nicht am russischen Goalie vorbei.
Löwen belohnen sich

Mit erhobenem Haupt aber auch einigen vergebenen Chancen gingen die Löwen ins Schlussdrittel. Und hier wurden sie eiskalt erwischt. Direkt in der 41. Minute markierte Vevgeni Chesalin das 6:0.

Doch an Aufgeben dachten die Löwen nie. Und so kamen sie dank Einsatz und Leidenschaft noch zu zwei hochverdienten (und längst überfälligen) Treffern. In der 33. Minute konnte Krasikov einen Schuss nicht sichern. Magnus Eisenmenger setzte nach und auf einmal lag die Scheibe direkt vor Schinko, der sie nur noch über die Linie schieben musste.

Rund zehn Minuten später hatten die Löwen in einem weiteren Powerplay erneut mehrere gute Einschussmöglichkeiten. Mitchell und Buchwieser scheiterten am Goalie von Sibir. Und auch Lukas Koziol fand in Krasikov seinen Meister, als dieser einen Schuss des freistehenden Angreifers spektakulär noch an die Latte ablenken konnte (53.).

Den Schlusspunkt setzten die Löwen aber dennoch. In der Schlussminute hämmerte MacAulay aus vollem Lauf den Puck an den Pfosten. Von dort sprang er Mieszkowski auf die Kelle und der Krefelder Nachwuchsspieler hatte keine Mühe einzunetzen.
Nächstes Spiel:

Direkt nach ihrer Rückkehr aus Finnland reisen die Löwen am Dienstag, den 13. August nach Krefeld, um ein weiteres Trainingscamp abzuhalten. Am Freitag, den 16. August (19:00 Uhr) geht es dann gegen die U23 des Kooperationspartners aus Krefeld. Am Sonntag, den 18. August (14:00 Uhr) steht das Spiel gegen das Krefelder DEL-Team auf dem Programm.
Statistik:

Sibir Nowosibirsk – Löwen Frankfurt 6:2 (4:0, 1:0, 1:2)

Tore:
1:0 Romayev (3.)
2:0 Pervushin (6.)
3:0 Sharov (9.)
4:0 Zyryanov (20.)
5:0 Loginov (27.)
6:0 Chesalin (41.)
6:1 Schinko (44.)
6:2 Mieszkowski (60.)

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