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Jeff Job neuer Eisbären-Trainer

Goalie Sebastian May hört auf

Þ17 April 2021, 11:23
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Hammer Eisbaeren Kopie
Hammer Eisbaeren Kopie

Die Hammer Eisbären wollen mit dem kanadischen Trainer Jeff Job einen personellen Umbruch starten und sich für die kommende Saison in der Eishockey-Oberliga professioneller aufstellen.

Hamm – Die Suche nach einem Nachfolger für Ralf Hoja, dessen Vertrag bei den Hammer Eisbären nach fünf Jahren nicht verlängert wurde, hat nicht lange gedauert. Am Freitagabend besiegelte Jeffrey Job mit seiner Unterschrift die Zusammenarbeit mit dem Eishockey-Oberligisten. Der 57-jährige Trainer war seit 2016 beim Herforder EV verantwortlich an der Bande tätig, wurde mit den Ostwestfalen in dieser Zeit zweimal Regionalliga-Meister.

„Nach so einer langen Zeit sollte man im Eishockey mal etwas anderes machen“, begründete der in Unna-Billmerich wohnende Coach seinen Wechsel. Für die Eisbären hat er sich letztlich entschieden, weil es in Hamm gute Strukturen mit der Eishalle und auch eine große Fanbase gibt. Entgegen kommt ihm natürlich auch, dass die Anfahrt zum Training und zu den Spielen nicht mehr so weit sein wird.

274 Tore in 134 Oberliga-Spielen

Mit Jeff Job wollen die Eisbären einen großen personellen Umbruch einleiten, sich für die kommende Saison in der Oberliga Nord professioneller aufstellen. „Auch in Herford haben wir in der vergangenen Saison gemerkt, dass der Unterschied zwischen der Ober- und der Regionalliga sehr groß ist“, erklärte der aus der Nähe von Toronto stammende Kanadier, der 1986 nach Deutschland kam, um mit dem Eishockey den Lebensunterhalt zu verdienen. „In der Heimat habe ich in unteren Ligen gespielt. Ich konnte zwar gegen die NHL-Profis antreten, aber es hat nicht gereicht, um mit ihnen zu spielen“, erklärte Job, der zunächst für den Herforder EV, später für den Berliner SC und EHV Wesel als Stürmer in der Oberliga und in der 2. Liga auf Torejagd ging. In 134 Oberliga-Begegnungen erzielte er stolze 274 Treffer. Zwischendurch gab er eine Saison ein Gastspiel auf der britischen Insel beim Zweitligisten Lee Valley Lions, ehe es ihn dann doch wieder nach Ostwestfalen zog.

Hamm die sechste Trainerstation

Hamm wird seine sechste Trainerstation. Seine Laufbahn als Coach begann er 1988 in Wesel. Nach einem Jahr in Salzgitter wechselte er nach Österreich, wo er die Sterzing Broncos, die Innsbrucker Haie und den EC Kitzbühel betreute. Über Italien und den SC Laces Val Venosta landete er 2016 wieder in Herford.

Die Hammer Eisbären sieht er jetzt als neue Herausforderung an. Schließlich wird ihm in Werries die Möglichkeit geboten, etwas ganz Neues aufzubauen. Wie Manager Jan Koch bestätigte, sind mit Abschluss der Saison alle Verträge beim Tabellenletzten ausgelaufen. Job ist ab sofort an den Personalplanungen direkt beteiligt. Zunächst einmal soll mit den Spielern des alten Kaders gesprochen werden. Doch viele Akteure werden ihre Laufbahn wohl nicht in Hamm fortsetzen können, weil Verein und Trainer andere Maßstäbe setzen werden. Mit Feierabendprofis kann man, so der neue Coach, in der Oberliga nicht bestehen. „Ich werde mit allen sprechen und sie fragen, ob sie bereit sind, die sieben Monate, die eine Saison dauert, auch voll durchzuziehen“, beteuerte Job. „In Herford haben nach dem Sprung in die höhere Klasse viele gemerkt, dass sie es nicht schaffen. Deswegen erwarte ich von den Spielern ehrliche Antworten.“

Eine gute Rolle spielen

Dabei sieht er sich nicht unbedingt als den „harten Hund“ an. „Jeder Spieler reagiert anders. Als Trainer muss man ein Gespür dafür haben, wie man mit den einzelnen Leuten umgehen kann“, sagte der 57-Jährige. Dass in Hamm finanziell keine großen Sprünge möglich sein werden, ist ihm bekannt. „Mit den ersten sechs bis acht Teams der Oberliga, die ausschließlich mit Profis arbeiten, werden wir auf Dauer nicht mithalten können“, meinte Job. „Doch im unteren Drittel wollen wir eine gute Rolle spielen.“ Dabei bevorzugt es Job, mit jungen Leuten zu arbeiten. „Es gibt genug Talente. Man muss sie nur finden“, sagte der Kanadier, der Studenten bevorzugen würde. „Die haben viel Zeit.“

Dass die Eisbären für die kommende Saison den Etat aufstocken müssen, ist auch dem Manager bewusst. Erste Gespräche mit Sponsoren seien, wie Koch versicherte, durchaus vielversprechend verlaufen, doch sei es während der Pandemie natürlich schwer, neue Gelder zu akquirieren. „Alles werden wir mit Augenmaß machen und keine Luftschlösser bauen“, beteuerte der Eisbären-Manager.

An den Personalplanungen beteiligt

An den Personalplanungen wird Job ab sofort beteiligt sein, seine Trainertätigkeit wird er offiziell erst in der zweiten oder dritten Augustwoche, dann auch mit einer kompletten Mannschaft, auf dem Eis in Hamm aufnehmen. Ein Sommertraining wird es vermutlich nicht geben. „Wir wissen ja noch nicht, wo die Jungs herkommen, ob sie aus Frankfurt oder Iserlohn anreisen müssen“, so Job. „Die erhalten alle vorher Trainingspläne, um dann zum Auftakt auch entsprechend fit zu sein.“

Noch nicht endgültig geklärt ist, ob er eine Art Cheftrainer-Funktion einnehmen und sich auch um den Eisbären-Nachwuchs kümmern wird. Das hängt davon ab. ob der Tscheche Michal Spacek, der zuletzt als Coach im Jugendbereich tätig war, in Hamm bleiben wird. „Ich werde aber, wenn es die Zeit erlaubt, gerne helfen“, versicherte Job. „Mit den Profis werden wir in der kommenden Saison auch morgens auf dem Eis trainieren. Wenn dann noch Zeit bleibt, werde ich gerne die Jugend unterstützen.“

May und Pietzko beenden Laufbahn

Fest steht indes, dass sich der Oberligist auf jeden Fall eine neue Nummer 1 im Tor suchen muss. Sebastian May hat seine Laufbahn endgültig aus familiären Gründen beendet. Gleiches gilt für Verteidiger Tim Pietzko. Der 34-Jährige trug stolze zwölf Jahre das Trikot der Eisbären und will sich in Zukunft intensiver um Beruf und Familie kümmern.

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