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05.12.2018, 07:35

Gutmütige Füchse verschenken einen Punkt

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weisswasser
Lausitzer Füchse

„Wir sind stolz auf unser Team!“ Nach dem dramatischen Ende des dritten Aufeinandertreffens mit den Dresdner Eislöwen feierten die sehr zahlreichen Fans unserer Blau-Gelben unter den nur 3.071 Besuchern das 4:3 nach Penaltyschießen ausgiebig. Allerdings hielt der Trend, was er versprach. Es wird immer enger in den Duellen mit den Landeshauptstädtern. Erst 1:0, dann 2:1 nach Verlängerung, jetzt entschied erst der sechste und letzte Penalty. Dabei hätte das alles auch anders laufen können, vielleicht sogar müssen. Insofern stellt sich die Frage, weshalb fast alle Teams der Liga gegen die Lausitzer Füchse ihre spektakulärsten Comebacks feiern können! Erinnert sei aus der jüngeren Vergangenheit nur an die Partien in Heilbronn, als nach 5:2- und 6:4-Führungen noch 6:7 nach Verlängerung verloren wurde, an Frankfurt (4:5 nach Verlängerung nach 3:0-Führung) oder das letzte Heimspiel gegen Heilbronn, als die Falken nach einem 0:4 im ersten Drittel plötzlich beim 3:4 ganz dicht dran waren, diese Begegnung endgültig zu kippen. Leider reichte diesmal gegen alles andere als überragende Eislöwen ein 3:0 nach 20 Minuten nicht zum Dreier, weil fortan mit den Torchancen zu sorglos umgegangen wurde und man die Gastgeber mit eigenen Nachlässigkeiten wieder in die Partie zurückbrachte.

„Hinter uns liegt ein Sechs-Punkte-Wochenende“, peitschte der Dresdner Stadionsprecher die Fans der Heimischen ein. Hinter den Füchsen lag da eine Neun-Punkte-Woche. Und die Unsrigen begannen wirklich gut. Als die Hausherren nach acht Minuten die erste und wirklich einzige echt gefährliche Aktion in den ersten 20 Minuten hatten, da stand es bereits 1:0 für Weißwasser. Cederic Schiemenz passte schräg auf Chris Owens, der direkt abzog und Marco Eisenhut im Tor der Elbestädter etwas schlecht aussehen ließ. Vom Schoner des Goalies sprang der Puck ins Tor (5.). Zutreffend sangen die EHC-Fans: „Ein Schuss, ein Tor – Dynamo!“ Denn es war tatsächlich die erste Scheibe, die auf das Tor der Blau-Weißen kam. Es folgte jene Szene, als sich Jordan Knackstedt durchtankte und Maximilian Franzreb tunneln wollte. Doch unser Hüter hatte unten alles dicht. Fortan ließen unsere Jungs hinten gar nichts mehr zu. Und nach vorn wurde nur gegangen, wenn das Risiko überschaubar war. Nach 15 Minuten passte Chris Owens in den Slot, Vincent Hessler hielt den Schläger dazwischen und lenkte hoch ein. Toll herausgearbeitet, dieses 2:0! Eine Minute später, die Gratton-Schützlinge hatten Überzahl, stiefelte Steve Saviano im Break Richtung Eisenhut, der nicht nur den ersten Versuch, sondern auch den Nachschuss von Jeff Hayes entschärfen konnte. Zugegeben hatte es unser Goldhelm etwas schwer, da das Spielgerät hoppelte. Dresdens beste Gelegenheit im Powerplay war ein Bauerntrickversuch von René Kramer. Doch Franzreb zeigte, dass er der Agrarwissenschaft gewachsen war. Es folgten gleich zwei Strafen für die Gastgeber. Weil Jordan Heywood seinem Schlussmann dessen verlorene Kelle zuschob, bekamen die Oberlausitzer 20 Sekunden doppelten Spielervorteil. Der war gerade vorbei und die Drittelsirene dabei, ihren Ton zu entsenden, da lief der Puck von Jeff Hayes über Chris Owens zu Steve Saviano, der frei am langen Pfosten einschob. 3:0 für die Ostsachen – sofort Pause!

Die ersten neun Minuten im Mittelabschnitt erinnerten an die ersten elf Minuten des letzten Duells in Dresden, als die Angereisten ganz klar dominierten. Die besten Gelegenheiten zum vierten Treffer hatten Anders Eriksson und Clarke Breitkreuz (21.) sowie David Kuchejda (22.), der nach ganz langem Solo auch schon um den Eislöwen-Goalie herum war, aber den Puck Zentimeter am linken Pfosten vorbeilegte. Da plötzlich fiel das 1:3. Ein Schuss von Timo Walther verfehlte das Gehäuse. Das Hartgummiteil sprang zu Harrison Reed, der aus sehr spitzem Winkel abzog. Und das Netz des Tores im langen Eck wölbte sich (30.). Ob unserem Schlussmann da die Sicht versperrt war? Fortan wurde das Spiel etwas ausgeglichener. Dennoch hatte praktisch im Gegenzug nach dem Reed-Treffer bei einem Zwei-gegen-eins-Konter Clarke Breitkreuz eine gute Abschlusschance, doch der immer sicherer werdende Marco Eisenhut war auf dem Posten. Maximilian Franzreb stand ihm nicht nach, als er während einer Schiemenz-Strafe gegen Nick Huard groß klärte. Nach 35 Minuten sorgten die Unparteiischen für ungläubiges Staunen im Lager der Gäste. Eben Huard, gerade noch gescheitert, rammte von hinten unserem Steve Saviano den Schläger ins Kreuz. Zwei Strafminuten wegen Crosschecks? Denkste! Maximilian Adam musste auf das Sünderbänkchen – wegen Spielverzögerung. Worin die bestanden haben soll, das wissen nur die Herren Noeller und Westhaus und vielleicht noch der Eishockeygott. Die Top-Chance im Eislöwen-Powerplay hatten Unsere. Steve Saviano, garantiert auf Rache aus, klaute Goldhelm Knackstedt den Puck und lief solo auf Eisenhut zu. Dessen Fanghand aber schnappte sich den kleinen Schwarzen (36.). Längst hätten die Lausitzer deutlicher führen MÜSSEN, taten es aber nicht und hatten Glück, als Martin Davidek freistehend drüber schoss (37.). Und eine Minute später rettete Franzreb im großen Stil, als er einen von ihm abgesprungenen Puck noch aus dem Kreuzeck fischte (38.).

Weil sich Martin Davidek kurz vor dem zweiten Ultimo noch eine Strafe abgeholt hatte, starteten die Gäste mit Überzahl in den Schlussabschnitt. Das Powerplay aber wirkte eher uninspiriert. Es folgte die vielleicht wichtigste Szene des Matches. Oliver Granz attackierte in unnötiger Härte Dresdens Alexander Höller, der diesmal wieder mitmachen durfte und den Kontakt dankend annahm: Strafe Granz (45.). In der anschließenden Überzahl zog ESC-Scharfschütze Jordan Heywood von der Blauen Linie ab, Thomas Pielmeier hielt den Schläger dazwischen – die Scheibe bahnte sich den Weg ins Tor (46.). Zwar bemühten die Referees den Videobeweis. Die von Pielmeier deutlich über Schulterhöhe geführte Kelle befanden sie für regelkonform und gaben das 2:3. Spätestens das brachte das so viel zitierte Momentum auf die Seite der Gastgeber. Ja, es gab auch noch eine Überzahl für Weißwasser nach Höller-Stockschlag gegen Keussen. Bis auf einen George-Schrägschuss, den Eisenhut abwehrte und mit verschobenem Tor das Nachsetzen verhinderte (49.), gelang mit viel Druck und wenig Schüssen nichts Zählbares. Und so kam, was kommen musste. Der Tabellenzwölfte witterte Morgenluft. Die Füchse begannen nachzudenken und bekamen schwere Beine. Jetzt waren nur noch die Hausherren am Zug. Nach 55 Minuten begann das Spiel von vorn. Steven Rupprich hatte abgezogen, Maximilian Franzreb hielt das Geschoss. Und derweil zwei gelbgewandete Akteure nicht klären konnten, netzte Ex-Fuchs Dennis Palka zum 3:3 ein (55.). Dahin war er, der einst sichere und mehrfach ausbaufähige Vorsprung! Was folgte, war eine Abwehrschlacht der Füchse mit dem „Turm Franzreb“. Der musste noch nicht eingreifen, als Davidek zweimal freistehend verfehlte (59.). Ein 4:3 der Dresdner war aber nicht nur in regulärer Spielzeit gut möglich, sondern erst recht in der Overtime.

Denn da ließen sich unsere Drei direkt nach dem von ihnen gewonnenen Bully von Nick Huard düpieren, den Chris Owens nur regelwidrig stoppen konnte. Nach fünf Sekunden Verlängerung musste unsere 81 in die Kühlbox. Und nun brannte es aber so etwas von lichterloh… Gegen Harrison Reed rettete der Pfosten (61.), gegen Heywood, nochmals Reed und Huard unser Keeper. Der stoppte auch nochmals Huard und dann Jordan Knackstedt. Mit richtig viel Dusel – aber auch großem Einsatz -retteten sich die Ostsachsen ins Penaltyschießen.

Das eröffnete Nick Huard, der Maxi Franzreb verlud und die Eislöwen in Front brachte. Erster Fuchs war Jordan George, der Marco Eisenhut eiskalt tunnelte. Wieder Remis! Den Versuch von Jordan Knackstedt stoppte Franzreb grandios. Auf der Gegenseite kam Anders Eriksson nicht durch die Schoner von Eisenhut. Jetzt lief Harrison Reed an. Irgendwie bekam Franzi noch die Außenkante des Fanghandschuhs an den Puck, der maximal 16 Millimeter am rechten Pfosten vorbeizischte. Sechster und letzter Schütze war unser Goldener, Jeff Hayes. Der zog vor den Dresdner Keeper, diesen nach unten und schoss hoch ein! Der Siiiieeeeegg… Verdient hatten ihn sich die Blau-Gelben im ersten und zweiten Drittel. Anschließend hing er am seidene Faden. Auch eine Niederlage war nach dem Spielverlauf diesmal drin. Das Glück des Tüchtigen aber bescherte unseren Cracks zwei Zähler, die den Hausherren aber einen hinschenkten.

Stürmer Cedric Schiemenz, der während seiner Strafe ein Autogramm schrieb und offenbar ein Stück seines Herzens an Dresden verlor, meinte nach dem Sachsenduell: „Die 3:0-Führung nach dem ersten Drittel war etwas glücklich. Danach haben wir besser gespielt, aber Dresden hat gut gekämpft. Die Partie war dann ausgeglichen und wir hatten etwas mehr Glück. Ich hatte eine tolle Zeit in Dresden. Durch die Kooperation mit Berlin muss ich nun aber in Weißwasser spielen.“ Sein Mitspieler und unser Goalie, Maximilin Franzreb, sah das etwas anders: „Wir hätten viel eher das vierte und fünfte Tor schießen müssen. Dann wäre die Begegnung entschieden gewesen. So haben wir uns das Leben selbst schwer gemacht.“

Spätestens der Blick auf die Tabelle aber birgt Versöhnliches. Denn bei zwei mehr absolvierten Matches sind unsere Lieblinge auf Rang zwei geklettert. Damit steigt am Freitag im Fuchsbau das Top-top-top-Spiel der DEL2, wenn der Zweite den Ligenprimus aus Ravensburg empfängt. Wer sehen will, wie sich die Oberlausitzer für das viel zu hohe 2:9 in der Puzzlestadt revanchieren, und ob Rang zwei verteidigt werden kann, der sollte sich sputen. Denn die Kapazitäten unserer Eisarena sind nun einmal etwas begrenzt!

Die Trainerstimmen

Bradley Gratton: „Weißwasser hat es im ersten Drittel sehr gut gemacht, ist mit einer 3:0-Führung in die Pause gegangen. Und trotzdem war es ein Spiel, das am Ende jedes Team hätte für sich entscheiden können. Auch wenn wir nur einen Punkt mitnehmen, haben wir aus meiner Sicht ebenfalls etwas gewonnen. Und zwar durch den Fakt, dass wir uns ins Spiel zurückgekämpft und Charakter gezeigt haben. Darauf bin ich stolz. Im Penaltyschießen besteht am Ende immer eine 50:50-Chance.“

Corey Neilson: „Wir sind sehr gut ins erste Drittel gekommen, haben läuferisch viel investiert. Doch Dresden ist zurückgekommen. Wir haben sechs Spiele in zwölf Tagen absolviert, haben heute mit vier Reihen agiert, um trotzdem mit der gleichen Intensität auftreten zu können. Ich bin sehr zufrieden mit dem heutigen Abend und der Punkteausbeute aus den letzten Spielen.“

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