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Die Nummer 23 ist zurück

Þ05 Juli 2020, 12:20
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VER Selb
VER Selb

Er war ein Teil der sogenannten „Big Three“ – zusammen mit Kyle Piwowarczyk und Jared Mudryk bildete er über Jahre hinweg eine der gefährlichsten und effektivsten Sturmreihen der ganzen Oberliga, ehe im Jahr 2018 er es seinen beiden Sturmpartner nachmachte und sich von den Wölfen verabschiedete.
Bei ihm war es jedoch kein Abschied für immer, zu verwurzelt familiär und beruflich, wurde die Porzellanstadt mittlerweile für ihn zu seiner zweiten Heimat.
Zur Freude der Wölfe-Fans ist er nun zurück auf dem Selber Eis.
Herbert Geisberger schnürt wieder die Schlittschuhe für seine Wölfe, für die er in 332 Pflichtspielen 209 Tore und 304 Assists verbuchte. Der gebürtige Bad Aiblinger, der nach einem Kurzgastspiel in Halle zuletzt bei den Blue Devils Weiden auf Torejagd ging, unterschrieb einen Einjahresvertrag im Wolfsbau.
 
Ein Abschied mit Folgen – lange hing der Haussegen schief
Sein Abschied im Jahr 2018 kam für viele überraschend. Kurz vor der am Abend stattgefundenen Abschlussparty teilte er einst den Wölfe-Verantwortlichen seinen Abschied mit.

Wir gingen nicht im Bösen auseinander, letztendlich kamen wir finanziell einfach nicht zusammen. Obwohl ich dem Verein aus meiner Sicht sehr weit entgegengekommen bin, waren die angedachten Gehaltskürzungen einfach zu groß,
erinnert sich Herbert noch an seine schwer getroffene Entscheidung, dem VER Selb den Rücken zu kehren und sich einen neuen Arbeitgeber zu suchen. An Angeboten mangelte es nicht, aber um den Spagat zwischen Familie, Beruf und Eishockey zu finden, musste eine realisierbare, nicht zu weit entfernte Lösung her. Kein einfaches Unterfangen, der Haussegen im Hause Geisberger hing eine Zeit lang schief.

Vor allem meine beiden Töchter Emma und Marie haben mir die Entscheidung, die Selber Wölfe zu verlassen, übel genommen – umso mehr freuen sich alle, dass ich endlich wieder im richtigen Trikot auflaufe,
so Herbert erleichtert.

Warum sein Engagement beim Nordligisten Halle Saale Bulls nur zehn Spiele andauerte, war letztendlich, so Geisberger, ein Zusammenspiel vieler Faktoren. Auf den Punkt gebracht:

Es passte einfach nicht, zum einen der Spagat zwei- bis dreimal wöchentlich zwischen Halle und Selb zu pendeln, darüber hinaus als einziger neben Eishockey noch einen Vollzeitjob nachzugehen – es war gut, dass das Kapitel früh endete.
 

Ein „Passkrieg“ des Erzfeindes machte den Weg in die Oberpfalz frei
Der Kontakt nach Selb und zu den dortigen Verantwortlichen ließ Geisberger selbst nie abreißen, aber als nach seinem sehr frühen Aus in Halle in der laufenden Saison in Selb kein Bedarf war, musste er auf Jobsuche gehen. Bei einigen unterschriftsreifen Angeboten, so erinnert er sich heute noch, wäre er beinahe schwach geworden.

Vor allem Rosenheim, mein Heimatverein hätte mich schon gereizt, aber mit unserer familiären und beruflichen Verwurzelung in Selb war dies einfach nicht möglich.

Stets die Entfernung zu seiner „neuen Heimat Selb“ im Blick habend – wo Familie und Job waren – fiel die Entscheidung auf Leipzig, den einen oder anderen Ratschlag gab es dazu von Ex-Wölfe-Coach Henry Thom, der selbst einmal in Leipzig unter Vertrag stand. Dass letztendlich Geisberger aber nie im Leipziger Trikot auflief, war die Schuld der Saale Bulls Halle.

Sie wollten meinen Pass nicht rausgeben, das Ganze wäre fast eskaliert. Um einen Rechtsstreit zu vermeiden und im schlimmsten Fall die ganze Saison nicht spielen zu können, gab ich nach, entschied mich gegen Leipzig und für die Offerte aus Weiden.
 

Zeit bei Blue Devils war schön, aber es war nicht Selb
Für den Selber Lokalrivalen Blue Devils Weiden absolvierte Herbert insgesamt 91 Spiele, in denen er sich 27 mal in die Torschützenliste eintrug und 63 Tore der Oberpfälzer vorbereitete. Dank der Fahrdistanz Weiden-Selb konnte Herbert das familiäre mit dem beruflichen und dem Eishockeysport relativ gut unter einem Hut bringen.

Der Autobahn A93 sei Dank, die Fahrerei war überschaubar, auch wenn natürlich schon alles schlief, wenn ich unter der Woche spät vom Training heimkam.
Geisberger brennt nach wie vor für seinen Eishockeysport – kurzzeitig war dies jedoch nicht mehr der Fall und Herbert dachte ernsthaft über ein Ende seiner aktiven Zeit nach.

Ich bin ehrlich, schon zum Ende der letzten Saison spielte ich mit den Gedanken, meine aktive Laufbahn zu beenden oder eben unterklassig noch der Gaudi wegen weiterzumachen – aber ich bin sehr glücklich mich dagegen entschieden zu haben. Die Motivation für eine erneute Saison mit den Wölfen war einfach zu groß.
Darüber freut sich auch sein neuer Coach Herbert Hohenberger.

Zu Herbert brauche ich nicht viel sagen, er ist in Selb bestens bekannt und natürlich ist es super, so einen erfahrenen Crack in seinem Team zu haben. Für einen Trainer ein Glücksfall, er ist ein Torjäger, mit allen Wassern gewaschen.
 

„Nervensäge“ Lanny Gare bleibt hartnäckig
Neben guten Gesprächen mit Coach Hohenberger, der ihm aufzeigte, wie wichtig er mit seiner Erfahrung für das neue Wolfsrudel auf und abseits des Eises und in der Kabine sein wird, wirkte auch ein ehemaliger und künftiger Mitspieler kräftig mit. Geisberger dazu:

Lanny Gare fragte immer wieder nach und ließ nicht locker. Aber da brauchte es eigentlich keine Überredungskunst. Aber so ist Lanny eben, und jetzt freue ich mich, nochmals für die Wölfe auflaufen zu dürfen. Ergänzend: Die Gespräche mit der Wölfe-Vorstandschaft verliefen unkompliziert, nach der schnell erzielten Einigung kann es für mich wieder in Selb losgehen.
 

Freundschaften fürs Leben geschlossen
So sehr sich Rückkehrer Geisberger auf den neuen Eishockeywinter an altbekannter Wirkungsstäte freut, so sehr schaut er auch auf seine erlebten tollen sieben Jahre im Wölfe-Trikot zurück.

Ich erinnere mich gerne daran, es war eine erfolgreiche Zeit und es wurden viele Freundschaften fürs Leben geschlossen. Wir hatten einen starken Mannschaftskern über viele Jahre, das ist äußerst selten im Eishockey.
Rückblickend macht es der zweifache Familienvater, der zusammen mit seiner Frau Yvonne vor sechs Jahren ein Eigenheim im Selber Ortsteil Kappel umbaute, aber nicht nur an seinen damaligen kongenialen Sturmpartnern Piwowarczyk und Mudryk fest, zu denen er noch bis heute im regelmäßigen Kontakt steht.

Ob via WhatsApp, per Mail oder auch beim Online-Schafkopf, irgendwie haben wir uns nicht aus den Augen verloren, die Meisten zumindest.
Die Meisten? Herbert schränkt dies mit einem Grinsen ein.

Zu Dennis Schiener hätte ich mir mehr Kontakt in den letzten Jahren gewünscht, leider ist mein Bad immer noch nicht fertig. Aber jetzt kann ich ihn ja bei jedem Training und Spiel daran erinnern

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