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Kolumne Sechs mit Gummi In der Regionalliga wird für lau gespielt
In der Regionalliga wird für lau gespielt PDF Drucken E-Mail
Sechs mit Gummi
kolumne_75x75Sechs mit Gummi die eishockey.net-Kolumne. ...eine Mär vom Handschlag, der nichts mehr zählt. Es gibt doch einen Eishockeyverein, der mit seinem Verbandsligakader in die Regionalliga aufgestiegen ist. Um sich dort zu halten, sollte die Mannschaft nur punktuell verstärkt werden. Wie schafft man es denn, daß Spieler bei einem Klub landen, der nichts zahlt bzw. nichts zahlen kann oder darf? Ganz einfach. Man schließt mündliche Verträge per Handschlag, die manchmal nicht ganz koscher sind.

Die Aufwandsentschädigung wird mal in Form einer Übungsleiterpauschale gezahlt (immerhin sind das € 2.100 pro Person und Jahr steuer- und sozialabgabenfrei), mal beteiligt sich der Verein an den Fahrtkosten. Da ist eigentlich nichts Verwerfliches dran. Schlimm wird es allerdings, wenn die Bezüge deutlich höher liegen, für Logis gesorgt und obendrauf ein Fahrzeug gestellt wird (der Spieler unterschreibt und der Verein zahlt die Raten). Noch schlimmer kommt es allerdings, wenn der Verein seinen mündlich getroffenen Verpflichtungen nicht nachkommt und der Spieler dann erst merkt, daß er stolzer Besitzer eines Leasingvertrages ist. Er wird sprichwörtlich im Regen stehen gelassen. Diese Praktiken sind keine Einzelfälle. Absolut nicht in Ordnung ist allerdings, daß Spieler mit diesen Versprechungen geködert werden und diese danach feststellen müssen, daß der  Handschlag nichts mehr gilt. Allein schon der ersten Rate musste hinterhergelaufen werden.

Natürlich sind die Vereine am Knapsen. Doch sollten sie so fair sein, den Spielern reinen Wein einzuschenken und sich selbst einzugestehen, daß die Regionalliga eigentlich nicht gestemmt werden kann. Das würde keine Negativschlagzeilen produzieren und keine Sponsoren verschrecken. Auch die Fans könnten sich unter Umständen besser mit ihrem Verein identifizieren, da sie dann nicht von versprochenen Luftschlössern träumen, die über kurz oder lang sowieso zerplatzen.

Ebenfalls schlimm ist es, wenn der Verein an die Presse geht und hinausposaunt, daß er nie etwas gezahlt hat, nie etwas zahlen darf laut Satzung und deshalb auch nie etwas zahlen wird. Er macht sich nur unglaubwürdig und unter Insidern lächerlich.

Unser Kolumnist Jürgen Windeck freut sich über spannende Diskussionen im Forum: Link

Für eishockey.net: Jürgen Windeck