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Kolumne Sechs mit Gummi ESBG Oberliga - die Saisonprognose
ESBG Oberliga - die Saisonprognose PDF Drucken E-Mail
Sechs mit Gummi
kolumne_75x75Sechs mit Gummi die eishockey.net-Kolumne. Oberligasaison 2009/2010 – Eine Prognose. Die kommende Eiszeit steht vor der Tür, eine Saison mit vielen Fragezeichen. Wird es tatsächlich die, wie von Vielen erhofft, letzte gemeinsame Saison? Werden alle Vereine durchhalten? Wer wird es schaffen, letzter Meister der gemeinsamen Oberliga zu werden? Können die ersten beiden Fragen / Wünsche im Frühjahr 2010 bejaht werden, dann ist schon sehr viel gewonnen. Auffällig ist hierbei, daß fast alle Oberligisten ihre Etats den wirtschaftlichen Gegebenheiten angepasst und geringer kalkuliert haben.

Zumindest für die Vertreter Bad Nauheim, Herne und Dortmund wird es eine besondere Saison, würde man doch als zweiter Sieger gleich als erster Verlierer in den Landesverband weitergereicht. Gleiches droht allerdings auch den Südvertretern, lässt sich doch wohl künftig mangels Masse auch keine Oberliga Süd mehr realisieren. Nur sieht es derzeit so aus, daß die Einsicht noch nicht so weit gediehen ist.

Vieles kann und wird sich noch ändern. Spielerwechsel, Verletzungen, Winteranfang am Gysenberg, ein Lottogewinn, das sind alles Faktoren, die ich nicht berücksichtigen kann. Auch soll das kein Tipp sein, wer schlussendlich die Eintrittskarte zur 2. Bundesliga ergattert. Dafür müssen nach der Vorrunde noch Playoffs gespielt werden, mit allen Unwägbarkeiten.

Kader Rote Teufel Bad Nauheim Rote Teufel Bad Nauheim

Die Nauheimer haben ihren Kader nur moderat verändert. Das sehe ich durchaus positiv. Gerade in den ersten Spielen sind viele Teams noch mit der richtigen Blockbildung beschäftigt und deshalb wird schon hier der Grundstein für eine sehr gute Ausgangsposition gelegt.

Torhüter

Hier wurde komplett gewechselt. Mit der neuen Nummer 1 dürften sich die Nauheimer verbessert haben, in etwa so, wie sie sich bei der Nummer 2 verschlechtert haben.

Verteidiger

Kontinuität kann ich da nur sagen. Bei den eingespielten Paaren dürfte die Gegentorquote geringer als letztes Jahr ausfallen.

Stürmer

Hier fällt der Abgang von Knipser Kevin Lavallee natürlich ins Auge, doch dürfte die Verpflichtung des Rostocker Pärchens Kyle Piwowarczyk und Kevin Richardson den Abgang mehr als wett machen.

Was nicht passieren darf

Das größte Problem sehe ich darin, daß Boris Ackers nicht gleichwertig ersetzt werden kann. Sollte sich der erste Torwart verletzen, sehe ich hier erhöhten Handlungsbedarf.

Prognose

Die Roten Teufel legen einen Blitzstart hin und werden am Saisonende Platz 1 belegen.

Kader Deggendorf Fire Deggendorf Fire

In Deggendorf haben die besten Scorer den Verein verlassen. Adäquat wurden diese sicherlich nicht ersetzt. Zum Saisonbeginn wurde noch ein Kontingentspieler verpflichtet.

Torhüter

Hier kann gesunder Konkurrenzkampf sich leistungsfördernd auswirken. Das wäre dem Verein zu wünschen.

Verteidiger

Es wurden Markus Guggemos und Andreas Meier von den Dresdner Eislöwen geholt. Wirkliche Gefahr geht von der blauen Linie jedoch nicht aus.

Angriff

Hier sehe ich kein wirkliches Soringpotential. Der Kader ist zwar in der Breite aufgestellt, aber auf welchem Niveau?

Was nicht passieren darf

Deggendorf kann eigentlich nur durch Kampf glänzen. Schade wäre es, wenn das Deggendorfer Publikum diesen Kampf nicht honoriert.

Fazit

Es gibt noch eine Mannschaft, die mit Erfolg den Kampf um die Rote Laterne gewinnt. Platz 10.

Kader EHC Dortmund EHC Dortmund

Die Westfalen Elche haben aus der vergangenen Saison des Herner EV ihre Schlüsse gezogen und fast den kompletten Kader gewechselt. Lediglich zwei Spieler sind aus der Meistermannschaft übrig geblieben. Das macht aber nichts, da Gentges Spieler verpflichtet hat, die er kennt und die ihn kennen. Gentges-Mannschaften sind immer fit, spielen in der Regel ein recht einfaches System, so daß sich das Finden der Blöcke nicht zu kompliziert darstellt.

Torhüter

Der Wunschtorwart hat leider in Bad Nauheim unterschrieben. Dennoch sollte es hier nicht zu Problemen kommen.

Verteidigung

Gentges setzt auf robuste Verteidiger. Er hat deshalb ein wahres Bollwerk aufgeboten. Probleme könnte es geben, wenn sie sich schnellen Stürmern gegenüberstehen. Möglicherweise dürfte eine gewisse Konteranfälligkeit gegeben sein.

Stürmer

Die Elche haben nicht unbedingt die Kracher in ihren Reihen, doch solides Eishockeyhandwerk durch alle Reihen ist gegeben.

Was nicht passieren darf

Eine richtige Klatsche auf eigenem Eis gegen den Herner EV. Außerdem stellt sich die Frage, wie sich die Zuschauerzahlen entwickeln, müssen sich die Fans doch an die eine oder andere Niederlage gewöhnen.

Fazit

Dortmund hat das Potential an der oberen Hälfte zu schnuppern. Die Play-Offs geraten nie in Gefahr. Am Ende wird es Platz 5.

Kader EV Füssen EV Füssen

Auch die Füssener mussten Spieler abgeben um Kosten zu senken. Natürlich haben sie nach wie vor Kracher in ihren Reihen, aber in der Breite wurden viele Federn gelassen.

Torhüter

Andre Irrgang, der alte Mann und das Meer. Er darf sich nicht verletzten, sonst sieht es düster aus. Vorrangig sollte irgend möglich versucht werden, auch dem Zweiten Spielpraxis zu vermitteln.

Abwehr

Die Abgänge von Wurm, Bindl, und Krull wiegen schwer und wurden überwiegend durch Nachwuchs ersetzt.

Angriff

Auch hier fehlen liebgewonnene Namen, wie Bezshchasnyy, Burgess, Maaßen und Orr. Keine Frage, Nadeau ist zurück, aber nicht jünger geworden, und Preston und Lavallee bürgen für Qualität. Sie müssen sich aber erst noch eingewöhnen.

Was nicht passieren darf

Der Füssener Kader hat in der Breite an Qualität verloren. Richten müssen es, wie so oft in Füssen, die Nachwuchskräfte. Verletzungen der Führungsspieler wiegen deshalb schwer.

Fazit

Viel wird von der Entwicklung der Jungen abhängen. Am Ende wird es Platz 8

Kader Herner EV HEV Ruhrpott Crusaders

Für Herne stellen sich viele Fragen. Die wichtigste dürfte sein, wie die eigenen Fans den Umzug nach Gelsenkirchen mitmachen. Sollte diese Frage negativ beantwortet werden, steht den Hernern eine lange Saison bevor, von Auswärtsspiel zu Auswärtsspiel. Wenn sich da mal nicht Motivationsprobleme einschleichen.

Torhüter

Sollte der Oberliga-Torhüter der letzten Saison nicht in Köln benötigt werden, so hat Herne einen Klassemann im Kasten. Linda und Dillmann sind da nur Durchschnitt.

Abwehr

Mindestens fünf gestandene Oberliga, DEL und Zweitliga-Verteidiger. Das spricht für Qualität. Dazu kommen drei Förderlizenzspieler, die sich erst noch durchsetzen müssen.

Angriff

Hier sind schon sieben Spieler, die höher als Oberliga gespielt haben und auch diversen Zweitligisten gut zu Gesicht gestanden hätten. Dazu kommen noch Nils Liesegang und zwei Junge, die sich erst noch an die Oberliga gewöhnen müssen.

Was nicht passieren darf

Eine Niederlage gegen Dortmund.

Fazit

Herne ist erstklassig besetzt. Dennoch, die Saison ist lang und möglicherweise tauchen Motivationsprobleme auf. Nach Abschluss der Vorrunde steht der Herner EV auf Platz 3.

Kader EHC Klostersee EHC Klostersee

Die Grafinger gehen in eine schwere Saison. Wenn man es positiv ausdrücken will, dann hat Klostersee kaum an „Klasse“ eingebüßt. Monetäre Gründe sind sicherlich auch ausschlaggebend, daß niemand in Grafing anheuerte, der das Team wirklich weiterbringt.

Torhüter

Florian Hochhäuser hat den EHC nach 10 Jahren verlassen. Patrick Ashton muss es richten. Da darf nichts passieren.

Abwehr

Eine reine Defense. Dafür ist sie eigentlich auch da. Für das Spiel nach vorne taugen eigentlich nur Zajac und Rische, und das auch nur mit Abstrichen. Jeder kann sie ausrechnen.

Angriff

Allenfalls biederer Durchschnitt. Nicht einmal zwei Reihen mit scoring touch.

Was nicht passieren darf

Klostersee steigt ab und keiner kriegt es mit.

Fazit

Favorit auf die Rote Laterne. Platz 11.

Kader EV Landsberg EV Landsberg

Für Landsberg ein Jahr des Umbruchs. Viele junge Spieler und, so man die Vorbereitung heranzieht, Kontingentspieler, die Preston und White vergessen lassen können.

Torhüter

Das Gespann Holmgreen und Reichlmmeir kann man als solide bezeichnen.

Abwehr

Landsberg hat eine Abwehr, von der auch Gefahr ausgeht. Leinonen und Krull sind hier genannt. Mindestens drei Paare haben absolutes Oberliga-Niveau.

Angriff

Auch hier kann die Mischung stimmig sein. Erfahrene Recken, gesundes „Mittelalter“ und hungrige Junge. Da wird das eine oder andere Team schon Probleme bekommen.

Was nicht passieren darf

Das Team darf nicht in den Startlöchern hängenbleiben. Schade ist in diesem Zusammenhang, daß man am ersten Wochenende lediglich ein Spiel hat, und das Auswärts.

Fazit

Die Playoffs geraten nie in Gefahr und am Ende springt ein 6. Platz heraus.

Kader Black Hawks Passau Passau Black Hawks

Passau ist erst spät in die Vorbereitung gestartet. Auch die Gegner in der Vorbereitung lassen eine Einschätzung schwierig gestalten.

Torhüter

Daniel Huber und ein Greenhorn. Das geht über die Saison gesehen nicht gut.

Abwehr

Muller, Vogl, Dvorak, alle nicht mehr die jüngsten, und was kommt dann? Die Abwehr ist in meinen Augen zu dünn besetzt.

Angriff

Auch hier ist der Leader ein älteres Semester. Doch ihm steht ein gesundes Mittelalter zur Seite. Maximal geht Passau mit drei Reihen durch die Saison.

Was darf nicht passieren

Sowohl im Tor, in der Abwehr, als auch im Sturm können sich die Black Hawks keine Ausfälle leisten. Einen zweiten Anzug gibt es nicht.

Fazit

Von Rang 5 bis Rang 8 ist alles möglich. Am Ende wird es Rang 7.

Kader EC Peiting EC Peiting

Die Überraschung der letzten Saison wird es schwer haben, an diese Ergebnisse anzuknüpfen. Zu wichtige Spieler haben den Verein verlassen. Gekommen sind dafür hoffnungsvolle Talente die erkannt haben, daß man sich in Peiting weiterentwickeln kann und dafür auch die Zeit bekommt.

Torhüter

Der Oberliga-Torhüter der vergangenen Saison hat sich nach Köln verabschiedet. Möglicherweise bleibt er dennoch der Oberliga erhalten, wird er doch mit einer Förderlizenz in Herne geparkt. Dieser Abgang kann nicht gleichwertig ersetzt werden.

Abwehr

Routiniers müssen junge Spieler weiterbringen. Unter diesem Gesichtspunkt kann Peiting ein Sprungbrett für höhere Aufgaben sein. Die Verteidiger haben in der vergangenen Saison insgesamt nur 15 Tore in der Oberliga erzielt. Da muss mehr kommen.

Angriff

Dibelka muss es richten. Ohne Simon Barg wird es schwer, doch sind genügend Schultern vorhanden die Angriffslast zu verteilen.

Was nicht passieren darf

Was wäre Peiting ohne Vavrusa, Dibelka und Kreuzer?

Fazit

Peiting wird die Playoffs mit einem Heimspiel beginnen. Platz 4

Kader Starbulls Rosenheim Starbulls Rosenheim

Auch die Starbulls nehmen einen neuen Anlauf. Doch zunächst müssen die Neuen nicht unerhebliche Abgänge ersetzen. Ob das wie gewünscht klappt wird sich erst zeigen müssen.

Torhüter

Sehr ausgeglichenes Torhütergespann mit viel Routine. Die werden manchen Punkt retten.

Abwehr

Die Abgänge von Matthias Bergmann und Ryan Fairbarn sollen durch letztjährige Zweitligaspieler kompensiert werden. Fraglich, ob das so möglich ist.

Angriff

Stanley und Wenzel sind auch nicht mehr da. Diese Abgänge sollten Smith, Stephens, Maaßen und Gottwald aber ersetzen können.

Was nicht passieren darf

Die neuen haben ein schweren Erbe angetreten, müssen sie doch sechs der besten acht Scorer der vergangenen Saison ersetzen. Wenn da nicht alle einschlagen, dann kann es ein Böses Erwachen geben.

Fazit

Es gibt kein böses Erwachen und die Bullen landen auf Platz 2.

Kader Tölzer Löwen Tölzer Löwen

Sicherlich war für die Kaderzusammenstellung in erster Linie das leere Portemonnaie verantwortlich. Der Kader wurde größtenteils aus dem fast unerschöpflichen eigenen Nachwuchs rekrutiert.

Torhüter

Ohne große Oberligaerfahrung. Keiner kann vom Anderen lernen.

Abwehr

Wie auf der Torhüterposition ist man auch hier mit 21 Lenzen Routinier. Wenn es etwas werden soll, dann müssen diese Jungspunde schnell lernen.

Angriff

Auch hier das gleiche Lied. Dennoch hat man mit Urban, Kottmair und Menge drei erfahrenere Leute im Kader, die die Jungen führen müssen.

Was nicht passieren darf

Das der Kader voller Grünschnäbel überfahren wird. Die Linie mit den Eigengewächsen muss fortgesetzt werden, auch wenn es diese Saison schmerzhaft wird. Es gibt keine Alternative.

Fazit

Trotz des jungen Alters des Kaders werden die Löwen schnell lernen. Die Playoffs werden dennoch klar verfehlt. Am Ende wird es Platz 9.

Unser Kolumnist Jürgen Windeck freut sich über spannende Diskussionen im Forum: Link

Für eishockey.net: Jürgen Windeck