Damit man mal einen Einblick hat, wurüber sich der NEV überhaupt aufregt, hier der Brief von Uwe Harnos vom 10.02.2010 an die diversen Ligenleitungen.
Auszüge:
Verteiler:
? LEV-Vorsitzende
? LEV-Geschäftsstellen
? Clubs der 2. Bundesliga und deren Stammvereine
? Clubs der Oberliga und deren Stammvereine
? Ligenleitung Regionalliga West
? Ligenleitung Regionalliga Ost
? Ligenleitung Regionalliga Nord
? Geschäftsführung der ESBG mbH
? Aufsichtsrat der ESBG mbH
Kaufbeuren, den 10.02.2010
Als Konsequenz wurde Einigkeit zur Altersklassenänderung im Nachwuchsbereich erzielt und als nächster Schritt muss dafür Sorge getragen werden, dass die Voraussetzungen für einen regionalen semiprofessionellen Spielbetrieb unterhalb der 2. BL geschaffen werden. Ein regionaler semiprofessioneller Spielbetrieb unterhalb der 2. BL muss, was die Durchführungsbestimmungen, den Spielmodus und die Anforderungen an den Spielbetrieb selbst anbelangt, in jeder 3. regionalen Liga unterhalb der 2. BL gleichlautend organisiert werden.
Durch weitere Gespräche mit den verantwortlichen Herren für den Westen, den Norden, den Osten und natürlich auch den Süden, konnte Einigkeit zu den Grundvoraussetzungen erzielt werden.
Geplant ist eine 3. Liga Süd, eine 3. Liga Nord/West und eine 3. Liga Ost. In den 3.
Ligen soll der gleiche Modus gespielt werden, die Anzahl der transferkartenpflichtigen Spieler gleich sein (2), sollen nur deutsche Torhüter eingesetzt werden und es soll nach entsprechenden Vor-/Hauptrunden Verzahnungen bzw. Qualifikationsspiele der oder die Aufsteiger in die 2. BL ermittelt werden.
Die 3. Liga Süd soll DEB verwaltet sein, die 3. Liga Nord/West soll LEV verwaltet sein – bei Federführung der LEV NRW und Niedersachsen – , die 3. Liga Ost soll LEV verwaltet sein – bei Federführung der LEV Berlin und Sachsen – . Im Bereich der 3. Liga Nord/West soll es eine regionale Vor-/Hauptrunde mit sich anschließender Verzahnung, wie bis dato beim Spielbetrieb der Regionalliga West und der Regionalliga Nord gegeben, gespielt werden und der Spielbetrieb der 3. Liga Ost soll der aktuellen Regionalliga Ost entsprechen. Der Spielbetrieb der 3. Liga Süd soll mit Vereinen aus dem Bereich der LEV BW und Bayern gespielt werden. Nach Ermittlung der jeweiligen Meister der jeweiligen 3. Liga soll eine Verzahnung unter Verwaltung des DEB erfolgen, wobei die Frage, ob nur der 1. oder aber der 1. und 2. der Verzahnung in die 2. BL aufsteigt/aufsteigen noch diskutiert und geeinigt werden muss.
Alle Vereine, die am Spielbetrieb der 3. Ligen teilnehmen, sollen ordentliche Mitglieder des DEB e.V. sein bzw. werden, dies ungeachtet des Fortbestehens ihrer Mitgliedschaft in ihrem jeweiligen LEV.
Noch nicht abschließend geklärt/geeinigt sind die Fragen zu Artikel 64 SpO und den
Schiedsrichtergebühren. Gleichfalls besteht zur Frage der Abgaben noch Gesprächs-/und
Einigungsbedarf. Mittel-/langfristig sollen schlussendlich für alle in den 3. Ligen spielenden Vereine die gleichen Voraussetzungen geschaffen werden bzw. gelten. Zur Frage des Artikel 64 SpO gibt es zwei Modelle. Nach dem 1. Modell würden Vereine der 3. Liga Nord/West und der 3. Liga Ost für Wechsel von Spielern außerhalb der den Ligen zugeordneten LEV, einen Betrag von 1.500,00 € in den Artikel 64 einzahlen, wobei eine Teilhabe an der Ausschüttung des Artikel 64 SpO nicht erfolgen würde. Nach dem vom DEB e.V. favorisierten 2. Modell wäre der Betrag von 1.500,00 € von allen am Spielbetrieb der 3. Ligen teilnehmenden Vereinen dem Artikel 64 SpO zuzuführen und würde sich eine Teilhabe an der Ausschüttung ergeben. Um den wirtschaftlichen Gegebenheiten Rechnung zu tragen würde eine Abstufung erfolgen, dergestalt, dass für die neuen Vereine der 3. Ligen ein Stufenplan gilt. Im 1.Jahr der Ligenzugehörigkeit würde der Betrag von 1.500,00 € nur anteilig dem Artikel 64 SpO zugeführt werden und nur eine entsprechend anteilige Partizipation an der Ausschüttung des Artikel 64 SpO erfolgen. Vorstellbar wäre ein Drei- oder Fünfjahresplan, d.h. im ersten Jahr würden
500,00 € bzw. 300,00 € pro Spielerwechsel dem Artikel 64 SpO zugeführt werden und eine 1/3 bzw. 1/5 Teilhabe an der Ausschüttung des Artikel 64 SpO gegeben sein. In den Folgejahren würde sich der Anteilsbetrag und die Anteilshabe dann entsprechend erhöhen. Die neuen Vereine der 3. Ligen wären dadurch wirtschaftlich nicht überfordert, es würde Chancengleichheit hergestellt werden und darüber hinaus könnten alle nachhaltig Nachwuchsarbeit betreibenden Vereine an der Ausschüttung des Artikel 64 SpO teilhaben und hätten insoweit zusätzliche Mittel für die Nachwuchsarbeit zur Verfügung. Der zweite offene Punkt sind die Schiedsrichtergebühren, die derzeit, was den aktuellen Spielbetrieb der OL und den Spielbetrieb der Regionalligen anbelangt, deutlich auseinanderklaffen. Auch hier sollte im Lichte der Chancengleichheit für eine mittel-/langfristige Angleichung Sorge getragen werden, wobei eine solche Angleichung nicht nur von unten nach oben vorstellbar sein muss, sondern auch eine Angleichung von oben nach unten.
Intensiv diskutiert wird die Frage, inwieweit eine juristische Person, die am Spielbetrieb der 2. BL teilnimmt und als sportlicher Absteiger ermittelt wird, am Spielbetrieb der 3. Ligen teilnehmen kann. Hier stehen steuerrechtliche-/gemeinnützigkeitsrechtliche Fragen im Raum. Vorstellbar ist natürlich aber jederzeit, dass der wie heute aktuell für eine Teilnahme am
Spielbetrieb der ESBG mbH erforderliche sogenannte Stammverein, der Mitglied beim DEB
e.V. ist und durch einen Kooperationsvertrag mit der juristischen Person, die Gesellschafter der ESBG ist, verbunden ist, die Zulassung zum Spielbetrieb der 3. Ligen erhält und die mit dem sogenannten Stammverein durch einen Kooperationsvertrag verbundene juristische Person, teilweise auch bei der ESBG mbH aktuell gegeben, den Wirtschaftsbetrieb 1. Mannschaft abwickelt/gewährleistet.
Ohne die oben dargelegte notwendige Struktur für den Spielbetrieb unterhalb der 2. BL können die derzeit zu gegenwärtigenden Lücken zwischen der OL und der 2. BL, den Regionalligen und der OL nicht geschlossen werden und insbesondere den zu verzeichnenden regionalen Unterschieden auf der Eishockeylandkarte in Deutschland nicht Rechnung getragen werden. Ohne dass man den gegebenen, tatsächlichen, sachlichen und wirtschaftlichen Gegebenheiten Rechnung trägt, werden sich junge talentierte Spieler mit entsprechenden Eiszeiten in einem entsprechend organisierten Spielbetrieb in 3. Ligen nicht fortentwickeln können, den Sprung aus dem Juniorenbereich in den professionellen Seniorenbereich nicht schaffen, dies mit den allseits bekannten und diskutierten Konsequenzen. Nur ein semiprofessioneller Spielbetrieb in 3. Ligen ermöglicht jungen talentierten Spielern das Absolvieren einer Schul-/Berufsausbildung neben dem Sport und trägt den wirtschaftlichen Zwängen der Vereine der aktuellen OL, wie auch der aktuellen Regionalligen, Rechnung.
Die notwendigen Änderungen im Regelwerk des DEB e.V. wurden von den Mitgliedern des
Satzungsausschusses bearbeitet und werden mit dem notwendigen zeitlichen Vorlauf zur
außerordentlichen Mitgliederversammlung allen Betroffenen / Beteiligten bekannt gegeben.
Abschließend gilt es zu betonen, dass eine dem Großen und Ganzen Rechnung tragende
Strukturreform für die 3. Ligen unterhalb der 2. BL natürlich für den ein oder anderen
Club/Verein bei Einzelbetrachtung zu 100 % nicht gerecht wird. Schlussendlich ist es aber definitiv nicht möglich, „es jedem recht zu machen“ und die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass ein zu ermittelnder kleinster gemeinsamer Nenner gerade nicht zum Erreichen des für alle zum Überleben notwendigen Ziels, die Stärkung der Junioren-/Senioren-Nationalmannschaften, geeignet ist. Im Namen des gesamten DEB e.V. bitte ich Sie um die notwendige Mitwirkung/Unterstützung, damit die notwendigen Strukturen für einen Spielbetrieb der 3. Ligen unterhalb der 2. BL ab der Saison 2010/2011 auf den Weg gebracht werden können. Für Strukturen/Reformen bedarf
es Mut, Kraft und Ausdauer, aber es lohnt sich, sich für Entsprechendes einzusetzen.
Mit freundlichen Grüßen
DEUTSCHER EISHOCKEY-BUND e.V.
Uwe Harnos
-Präsident
Leider konnte ich den Brief nicht als Dateianhang darstellen (kein Pdf möglich).
@Mickey
Aus dem Bereich, bei dem Inzucht noch ein Spiel für die ganze Familie ist.
@All
Fakt ist, daß unter Leitung des DEB hier im Westen, geschweige denn im Norden und im Osten schon gar nicht, die Kosten für den Ligenbetrieb zu stemmen sind. Hier geht es insbesondere um Verbandsabgaben, Reindl-Pool, etc.
Die Einladung an die Ligenleitungen haben diesen Brief offensichtlich "vergessen".
Das der Süden immer unter DEB spielen wollte, war eigentlich klar. Wie der Osten das bewerkstelligen kann, ist mir vollkommen schleierhaft (Leipzig ist zum Beispiel schon seit Jahren mit Verbandsabgaben an den dortigen LEV in Rückstand).
Früher scheiterten Reformen daran, daß sich Vereine untereinander nicht grün sind (heute hat sich da auch nichts geändert). Heute kommt hinzu, daß diverse Verbände sich untereinander nicht grün und Mehrheitsverhältnisse unklar sind.
Siehe hierzu auch -->>
www.eishockey.net/sechs-mit-gummi/wenn-verbande-fuhrungslos-sind.html
Mit ein Grund, weshalb Reindl, Harnos und Konsorten dringenst das Weite suchen sollten.
Gruß
Jürgen1962