NHL Newsflash
| Bruins gehen in Führung |
NHL. 2:0-Sieg in Spiel drei. Die Boston Bruins haben sich mit einem 2:0-Heimsieg in Spiel drei gegen die Chicago Blackhawks eine 2:1-Serienführung erspielt. Daniel Paille und Patrice Begeron erzielten die Tore. |
| Weiterlesen... |
Umfrage
| Wie geht es weiter am Westbahnhof? |
|
|
|
| Sechs mit Gummi | |
|
Guten Tag Herr Schumacher. Die Eishockeyfans kennen Sie bisher recht wenig bis überhaupt nicht. Wie sind Sie zum Eishockey im Allgemeinen bzw. zu den Moskitos im Speziellen gekommen? Torsten Schumacher: Vor ungefähr 14 Jahren hat mich ein Berufskollege zum Westbahnhof mitgenommen. Der Sport hat mich aufgrund seiner Rasanz sofort fasziniert. Die Stimmung war fantastisch, ich konnte Emotionen ausleben. Es war der ideale Zuschauersport als Gegenpol zum beruflichen Alltag. Ich bin dann bei dem Sport und hier in Essen geblieben. Haben Sie selbst einmal Eishockey gespielt und wenn ja, für welche Vereine? Torsten Schumacher: Durch mich sind meine Kinder auch zum Eishockey gekommen. Damit ich überhaupt mitreden konnte, habe ich es in einer Hobbytruppe in der Hobbyliga versucht. Es war für mich eine Erfahrung, die ich nicht missen möchte. Schade, daß ich Eishockey nicht schon früher kennengelernt habe. Erzählen Sie uns bitte Ihre Gründe, die Sie dazu bewogen haben, Ihre Zeit in die Moskitos zu investieren. Torsten Schumacher: In der vergangenen Saison lief es im Nachwuchsbereich nicht rund. Wir Eltern waren aber fest entschlossen, etwas für die Kinder zu machen. Es kann doch nicht angehen, daß wir ansonsten unsere Kinder auf der Autobahn nach Krefeld, Ratingen, Iserlohn oder sonst wohin großziehen. Die Belastung in der Schule ist vielfach schon immens heute. Die Kinder sollten in ihrer gewohnten Umgebung spielen. Ich wollte in diesem Zusammenhang aktiv mitarbeiten und etwas bewegen. Da der „Jugendverein“ nach außen hin nur eine Abteilung des ESC Moskitos Essen e.V. ist, war die Nachwuchsabteilung alleine nicht zu betreiben. Sie wäre mit den Moskitos in die Geschichtsbücher eingegangen. Deshalb haben wir vom Jugendvorstand auch ein Konzept für die erste Mannschaft, also für den Gesamtverein erarbeitet, mit dem heute bekannten Ergebnis. Kamen Ihnen zwischenzeitlich auch Zweifel? Torsten Schumacher: Natürlich gab es viel Gegenwind. Es wurde uns schon der eine oder andere Knüppel zwischen die Beine geworfen. Natürlich habe auch ich mich dann jederzeit hinterfragt, ob das alles so richtig sei. Aber, wir hatten und haben ein tragfähiges Konzept. Herr Dr. Niering als Insolvenzverwalter hat dieses Konzept zur Sanierung des Vereins befürwortet. Also kann unsere Handlungsweise nicht so ganz falsch gewesen sein. Insofern kamen uns keine Zweifel. Schildern Sie bitte den Moskitos-Anhängern ihr Seelenleben nach dem Einbruch in die Mannschaftskabine. Torsten Schumacher: Als ich von dem Einbruch erfuhr und dann vor Ort war, ist für mich eine Welt zusammengebrochen. Ich war schon den Tränen nahe, vielleicht habe ich die Eine oder Andere auch verdrückt. Aber es war zwecklos weiter hierüber zu lamentieren. Es musste weitergehen. Sicherlich hatte man zu diesem Zeitpunkt keine Reserven bilden können, wer hat ausgeholfen? Torsten Schumacher: Reserven konnten schon gebildet werden, da die Planzahlen durch Sponsoren glücklicherweise übertroffen wurden. Es sollte auch ein Kontingentspieler verpflichtet werden. Das konnte von uns dann aber nicht mehr realisiert werden. Ein Dank geht auch an den Ausrüster, der uns wirklich ein gutes Angebot gemacht und vor allem schnell geholfen hat. Wer gab Ihnen denn Rückhalt um die ganzen Probleme zu bewältigen? Torsten Schumacher: Ganz klar unser Team in der Jugendabteilung. Es ist schon sehr kompetent und ich hatte und habe das Glück, einen ungeheuren Zusammenhalt in unserem Team zu erfahren. Sicher, meine Frau war nicht ganz Glücklich mit der Situation, aber es war auch für unsere Kinder und insofern können wir es aus heutiger Sicht durchaus positiv bewerten. Das Thema Vertrauen / Vertrauensbildung ist sicherlich ziemlich weit oben auf der Agenda, oder? Torsten Schumacher: Um es klipp und klar zu sagen, wenn wir jetzt und in Zukunft kein Vertrauen schaffen, dann ist es am Standort Essen aus. Wir wollen die Fans zurückgewinnen, keine Frage, aber die Fans sollen durch solide und harte Arbeit des Vorstandes überzeugt werden. Versprechungen, die nur unnötige Erwartungshaltungen schüren und nicht ansatzweise erfüllt werden können, haben in unserem Team und in unserem Konzept keinen Raum mehr. Wie war es eigentlich möglich, daß nach jahrelangen und massiven Vertrauensbrüchen überhaupt Türen von Sponsoren geöffnet wurden? Torsten Schumacher: Ungefähr 70 % der Sponsoren sind neue Sponsoren, die durch private Beziehungen zustande kamen. Aber teilweise konnten auch alte Sponsoren überzeugt werden. Es war vielfach ein Appell an die soziale Komponente, daß es für die Jugend sicherlich besser ist, ihre Freizeit in einem Verein zu gestalten und diesen tollen Mannschaftssport Eishockey richtig zu erlernen, als zu Hause auf der Playstation oder sonstige Dinge auf der Straße zu veranstalten. Es ist ja auch so, daß die Jugend durch den Mannschaftssport Teamfähigkeit erlernt. Auch Sozialverhalten, fällt nicht vom Himmel. Im Übrigen ist es in den kommenden Jahren angedacht, vermehrt eigenen Nachwuchs in die erste Mannschaft zu integrieren, damit dem Nachwuchs Perspektiven aufgezeigt werden. Es muss wieder möglich sein, Vorbildern nachzueifern. Es wäre wirklich toll, wenn auch Fans das anerkennen und sich so in Ihrem ESC wiederfinden, sich mit Ihrem Verein identifizieren. Früher war es einmal so. Auch ich wünsche mir eines Tages diese Zeiten zurück. Daß nach wie vor bis dahin noch harte Arbeit vor uns liegt, versteht sich von selbst. So, wie ich unser Team bisher kennengelernt habe, scheut es sich aber keineswegs, diese Arbeit auf sich zu nehmen. Daß das alles nicht von heute auf morgen, nicht einmal bis übermorgen passieren kann, ist uns schon klar. Auch vor weiteren Rückschlägen sind wir nicht gefeit. Sofern wir die Unterstützung erfahren, sind wir frohen Mutes und investieren unsere Zeit gerne für den Verein. Das muss auch der Fan wissen, und wenn er diesen Weg als den Richtigen erachtet, dann laden wir ihn gerne ein, diesen Weg mit uns für die Moskitos mitzugehen. Auch Zuschauer und Mitglieder sind Sponsoren. Wie konnten Sie Spieler davon überzeugen, daß sie die Schlittschuhe am Westbahnhof schnüren? Wer zeichnet eigentlich in erster Linie für die Zusammenstellung des Kaders verantwortlich? Torsten Schumacher: Jan Vondracek, unser Nachwuchstrainer, und Benny Musga, sowie die „Zwillinge“ Lukas Heise und Danny Fischbach. Sie waren Bestandteil der Gespräche und sprachen mit diversen Spielern. Sie sagten was geht und was nicht geht. So entstand das heutige Team. Spieler wie Sören Hauptig und Christian Nieberle, also bewährte Spieler aus dem eigenen Nachwuchs, hätten sicherlich einem Neuaufbau gut zu Gesicht gestanden. Sie wären absolute Identifikationsfiguren. Sie spielen bei der Konkurrenz. Gab es bei der Kaderzusammenstellung nicht auch ein zeitliches Problem? Torsten Schumacher: Natürlich sind einige Spieler nervös geworden, die dann halt woanders unterschrieben haben. Die Spieler wollten Sicherheit haben und Oberliga spielen. Sie haben aus ihrer Sicht das richtige gemacht. Insofern haben wir schon die schlechteren Argumente gehabt. Da wir es nun mal nicht ändern konnten, richtete sich aber unser Blick nach vorne. Natürlich hätten wir Nieberle, Hauptig und Ackers gerne weiter am Westbahnhof im Trikot der Moskitos gesehen. Keine Frage. Im welchem Rahmen bewegte sich Ihr Konzept brutto für die erste Mannschaft? Torsten Schumacher: € 165.000 brutto für die erste Mannschaft, ohne den Nachwuchsbereich. Hat Herr Dr. Niering, also der zuständige Insolvenzverwalter, eigentlich eine kalkulierte Zuschauerzahl bei Ihrem Konzept zugelassen? Wenn ja, in welcher Größe bewegte sich diese? Torsten Schumacher: Wir haben zu Anfang mit einem Zuschauerschnitt von 400 Zuschauern kalkuliert. Das erschien uns durchaus realistisch. Die derzeitigen Zahlen bestätigen unsere Kalkulation. Wir sind auch nach wie vor der Hoffnung, daß unser Kurs der soliden und verlässlichen Arbeit weiterhin honoriert wird, auch wenn es Niederlagen gibt, die man hier in Essen so nicht kennt. Wichtig ist, daß alles auf gesunde Beine gestellt wird, sprich die wirtschaftlichen Voraussetzungen erhalten und erweitert werden, daß Eishockey in Essen mit den Moskitos wieder zu der Marke werden kann, wie ich sie von früheren Zeiten her kenne. Nach Absegnung Ihres Konzepts hat sich an der Sponsorenfront bis heute einiges getan. Zumindest tauchen immer mal wieder neue Namen auf der Homepage auf. Das ist auch gut so. Wird hierdurch eine Reserve aufgebaut? Torsten Schumacher: Ein ganz klares JA. Durch die Sponsoren konnten wir erreichen, daß der kalkulierte Zuschauerschnitt nicht mehr so von Belang ist. Gleichwohl sollte das Geld zusammengehalten werden, denn wirklich große Sprünge kann man damit auch nicht machen. Bei dieser Gelegenheit bedanke ich mich ausdrücklich bei den Sponsoren, denn ohne diese gäbe es kein Konzept und keine Moskitos. In eigener Sache noch kurz, daß sich die Sponsoren sicher freuen, wenn sie bei Aufträgen, Einkäufen und Dienstleistungen Berücksichtigung finden. Ein Blick auf unsere Homepage lohnt sich. Wie lautet nach derzeitigem Stand Ihr Saisonziel? Torsten Schumacher: Das Ziel kann für uns nur der Klassenerhalt sein. Natürlich wäre es unser Wunsch, wenn dieses Ziel frühzeitig erreicht würde. Aber dafür wäre schon der achte Platz notwendig und dazu müsste unser Team über unseren Hausaufgaben hinaus noch Punkte einfahren. Nein, der Klassenerhalt hat oberste Priorität. Besteht noch die Möglichkeit, den einen oder anderen Spieler zu verpflichten um den Klassenerhalt gegen die Regionalligisten zu sichern? Torsten Schumacher: Zur Zeit sehen wir keinen Bedarf. Bei einem Glücksfall nach der Art von Miikka Jäske, würde sich unter Umständen noch eine andere Sichtweise ergeben. Eigentlich haben wir Vertrauen in unsere Mannschaft, daß unser Ziel Klassenerhalt erreicht wird. Wie kam der Kontakt mit Michael Rumrich zustande? Torsten Schumacher: Uns vom Jugendvorstand war von vorneherein bewusst, daß wir Hilfe für unsere Aufgaben benötigten. Wir waren und sind in diesem Punkt nicht blauäugig. Wir wissen schon, was wir können, wir wissen aber auch, welche Kragenweite für uns zu groß ist. Wir suchten einen in Essen unverbrauchten Namen, der aber durchaus positiv besetzt ist. Trainer Vondracek konnte sich eine Zusammenarbeit mit Michael Rumrich sehr gut vorstellen. Er kann es auch heute noch. Wir sind froh, daß wir Michael Rumrich für unser Konzept, unsere Arbeit und die Moskitos gewinnen konnten. In diesem Zusammenhang muss ich auch erwähnen, daß wir ohne Michael Rumrich nicht das Vorweihnachtsgeschenk am 13.12.2011 unseren Fans präsentieren könnten, nämlich das Länderspiel gegen Russland in unserer Eishalle am Westbahnhof. Wenn Sie auf die vergangenen Wochen und Monate zurückblicken, würden Sie sich noch einmal in der bisherigen Art engagieren? Was würden Sie rückblickend heute anders machen? Torsten Schumacher: Ob ich die Aufgabe noch einmal machen würde mit den bisherigen Erkenntnissen, daß kann ich beim besten Willen nicht beantworten. Ich bin froh, daß hoffentlich das Schlimmste hinter uns liegt. Anders würde ich es auf keinen Fall machen. Wir haben bestimmt nicht viel verkehrt gemacht. Trotz aller Ereignisse in den vergangenen Monaten haben wir uns immer an unser Konzept gehalten und die Arbeit einfach in Angriff genommen. Nur so geht es. Bei wem bedanken Sie sich ganz besonders? Torsten Schumacher: Muharrem Kirli. Er hat unser Team geschult und unterstützt. Er war immer ein hervorragender Moderator, wenn wir bei Fragen gegensätzlicher Ansichten waren. Er war unsere Starthilfe für unser Nachwuchsteam. Sie dürfen zwei Wünsche äußern. Torsten Schumacher: Ich wünsche mir und meiner Familie Gesundheit und allen anderen viel Spaß mit den „neuen“ Moskitos. Herr Schumacher, wie bedanken uns recht herzlich für das Gespräch. Unser Kolumnist Jürgen Windeck freut sich über spannende Diskussionen im Forum: Link
|






Alle Eishockey-News