| Das “Wölfe-Phänomen“ – Auf Klatsche folgt Heimsieg |
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Wie schon in der Vorwoche, als man in Erfurt mit 2:9 unter die Räder kam und postwendend einen 6:4-Heimsieg gegen Leipzig folgen ließ, tauchte auch an diesem Wochenende dieses “Wölfe- Phänomen“ wieder auf. Nach der deutlichen 3:9 (2:2, 0:3, 1:4)-Niederlage am Freitag bei den Ice Fighters Leipzig hatten die Wölfe zwei Tage später erneut die passende Antwort, als man nach dramatischem Spielverlauf die Black Dragons Erfurt mit 6:4 (3:2, 1:2, 2:0) im heimischen Wolfsbau besiegen konnte. Schon bevor der EHV 09 zum Gastspiel in Leipzig aufschlug, war klar, dass es eine sehr schwere Aufgabe gegen die Ice Fighters werden würde. Daniel Jun blieb in Leipzig nur die Rolle des Trainers, da sich der Topscorer der Wölfe beim Abschlusstraining am Donnerstag verletzte und nur von der Bande aus agieren konnte. Zudem fiel mit Matthias Krehl der zweite Erste-Reihe-Stürmer des EHV 09 aus, welcher mit einer Angina und Fieber das Bett hüten mußte. Da auch Danny Reimann berufsbedingt passen mußte, konnten die Wölfe lediglich mit 13 Feldspielern antreten. Die Tatsache, dass mit dem Ausfall von Daniel Jun eine Kontingentstelle frei wurde, bescherte jedoch Richard Stütz seinen ersten Einsatz in dieser Saison im Wölfetrikot. Viel Arbeit also für den Wölfecoach, welcher seine Stammformationen nahezu in allen Reihen und Specialteams umstellen mußte. Im ersten Drittel schienen die Wölfe mit den Begebenheiten noch gut zurecht zu kommen, konnten sie doch bei zwei Gegentreffern und durch Tore von Dustin Hered (6.) und Christian Heumann (19.) das Spiel gegen die in Bestbesetzung spielenden Ice Fighters ausgeglichen gestalten. Bis Mitte des zweiten Abschnittes ging die Taktik der Wölfe auch weiter auf, doch spätestens mit dem 3:2 durch Tomas Vrba (31.) übernahmen die Hausherren mehr und mehr das Kommando auf dem Eis. Durch zwei Tore von Jens Müller und Marcus Beringschmidt in der 37. Minute erhöhten die Leipziger innerhalb von nur zehn Sekunden auf 5:2, ein Doppelschlag, von welchem sich die Wölfe nicht mehr erholen sollten. Im Schlussdrittel ließen die entfesselt aufspielenden Ice Fighters noch vier weitere Treffer folgen. Das 9:3 durch André Lenk 18 Sekunden vor dem Ende war nicht mehr als Ergebniskosmetik. Statistik: Tore: 0:1 Hered (Vojcak) 05:18 Strafen: IFL 14 EHV 20 Zuschauer: 730 Am Sonntag im Wolfsbau war nach der bitteren Niederlage in Leipzig also einmal mehr Wiedergutmachung bei den Fans angesagt und da sich auch über 100 gutgelaunte Drachenanhänger auf den Weg nach Schönheide machten, war ein spannendes und stimmungsvolles Oberligaspiel vorprogrammiert. Nach seiner verletzungsbedingten Pause stand bei den Wölfen zwar wieder Daniel Jun im Kader, doch musste der EHV 09 neben dem erkrankten Matthias Krehl auch noch ohne Keeper Sebastian Modes, welcher sich am Freitag in Leipzig verletzte, und Verteidiger Thorsten Fischer auskommen. Von Beginn an merkte man den Wölfen an, dass sie sich gegen die Black Dragons viel vorgenommen hatten und gingen bereits in der 3. Minute durch Martin Vojcak mit 1:0 in Führung. Auch gleich das erste Powerplay wurde erfolgreich genutzt, als Miroslav Jenka in der 7. Spielminute das 2:0 folgen ließ. Zu diesem Zeitpunkt ahnte noch keiner im Stadion, dass dieses Spiel in einer wahren Strafenflut enden sollte. Erfurt war trotz des frühen Rückstandes der erwartet schwere Gegner und als in der 11. Minute gleich zwei Wölfespieler die Strafbank drücken mußten, gelang den Drachen durch Enrico Manske der 2:1-Anschlusstreffer. Die Antwort des EHV 09 ließ allerdings nur zwei weitere Minuten auf sich warten, als Miroslav Jenka, mustergültig von Daniel Jun bedient, zum 3:1 einnetzte. In der 14. Minute hätten die Wölfe ihre Führung sogar noch ausbauen können, doch Danny Reimann scheiterte mit einem zugesprochenen Penalty am Erfurter Schlussmann Kai Fischer. Stattdessen blieben die Gäste weiter dran und kamen noch vor der ersten Pause durch Zbynek Marak auf 3:2 (18.) heran. Im zweiten Drittel kippte dann plötzlich die Partie im Wolfsbau. Die Black Dragons drückten aufs Tempo und konnten den 2:3-Rückstand durch Tore von Sascha Neumann (34.) und Marcel Weise (36.) in eine 4:3-Führung umwandeln. Die Wölfe agierten in dieser Phase zu passiv und gerieten selbst in Überzahl in Bedrängnis, als man die Erfurter mehrfach zum Kontern einlud. Zum Glück konnten die Gäste mit den großzügigen Geschenken nichts anfangen und so war es erneut Miroslav Jenka, welcher mit seinem dritten Treffer zum 4:4 (39.) das Spiel gegen Ende des Mittelabschnitts wieder ausglich. Im Schlussdrittel überschlugen sich dann die Ereignisse. Zunächst hatten die Black Dragons gleich dreimal am Stück die Chance, in Überzahl wieder in Führung zu gehen. Doch die Wölfe verteidigten geschickt und überstanden diese heiklen Situationen ohne Gegentor. Die Partie stand auf Messers Schneide, da sich beide Mannschaften mit zunehmender Spielzeit keinen Zentimeter Eis mehr schenkten und die Zweikämpfe nun auch verbissener geführt wurden. Als in der 50. Minute Wölfeverteidiger Christian Müller und Drachenstürmer Oliver Otte aneinander gerieten, blieb der EHV-Spieler mit blutender Wunde an der linken Schläfe auf dem Eis liegen. Der Hauptschiedsrichter wertete die Aktion des Erfurters als Schlittschuhtritt und schickte den Spieler mit einer Matchstrafe vorzeitig zum Duschen. Die folgende fünfminütige Überzahl nutzten die Wölfe aus und gingen durch André Lenk mit 5:4 (52.) in Führung. Erfurt hatte kurz darauf erneut die Gelegenheit, in Überzahl auszugleichen, doch wiederum hielten die Wölfe dem Druck stand und verteidigten den knappen Vorsprung mit Kampf und Einsatz. Gut eine Minute vor dem Ende nahmen die Black Dragons ihren Goalie Kai Fischer zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis und drängten auf den Ausgleich. Doch auch diese Maßnahme sollte keinen Erfolg bringen, denn Miroslav Jenka schnappte sich die Scheibe und legte auf seinen völlig frei stehenden Sturmpartner Daniel Jun ab, welcher unter dem Jubel der Wölfefans 25 Sekunden vor Ultimo zum 6:4 ins leere Erfurter Gehäuse traf. Bei den Gästen machte sich ob der drohenden Niederlage nun Frust breit. Der Erfurter Sean Fischer ließ sich kurz nach dem fälligen Anspiel zu einer Unsportlichkeit hinreißen und zog EHV-Stürmer André Lenk den Schläger übers Gesicht. Die Konsequenz wäre eine erneute Matchstrafe gewesen, doch Hauptschiedsrichter Noeller beließ es zum Glück für den Spieler bei einer Spieldauerstrafe. Dem noch nicht genug, ließen sich die Wölfe von den Black Dragons weiter provozieren und auf eine handfeste Schlägerei ein, in dessen Folge auf Schönheider Seite Patrick Preiß und Christian Müller und auf Erfurter Seite Andreas Nickel und Paul Klein ebenfalls jeweils mit einer Spieldauerstrafe bedacht wurden. Da nur noch 16 Sekunden auf der Spieluhr waren, hätte wohl auch eine 2-Plus-2-Strafe gegen die vier Spieler ausgereicht. Ein spannendes, stimmungsvolles und bis auf die letzten Minuten auch faires Oberligaspiel hinterließ dadurch leider einen faden Beigeschmack. Tore: 1:0 Vojcak (Preiß, Hered) 02:33 Strafen: EHV 30 + 10 (Schnelle) + 20 (Spieldauer Preiß) + 20 (Spieldauer Müller) - EHC 52 + 10 (Marak) + 25 Zuschauer: 562 eishockey.net / PM Schönheider Wölfe Nützliche Links zur Oberliga-Ost 2010/11
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