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Letztes Aufgebot um die letzte Chance
Schweinfurt    Mighty DogsBayernliga. Es ist klar: Für die Mighty Dogs kann es an diesem Wochenende keine halben Sachen mehr geben. In den Spielen gegen die Selber Wölfe - in Selb am Freitag um 20 Uhr, Rückspiel im Schweinfurter Icedome am Sonntag um 18 Uhr - geht es bereits darum, sich die letzte Chance auf das Halbfinale offen zu halten.
"Wir sind böse angeschossen, aber noch nicht zur Strecke gebracht", will Abteilungsleiter Steffen Reiser nach den beiden Niederlagen zum Auftakt der Zwischenrunde noch nicht resignieren und erinnert an die vergleichbare Lage im November: "Da war die Konstellation ähnlich - dünner Kader, nur 2 Punkte aus 5 Spielen und mit dem Rücken schon komplett an der Wand. Dann folgten unerwartete Siege in Miesbach und gegen Regensburg. Die Mannschaft hat das noch nicht vergessen!" Allerdings nimmt Reiser die Spieler jetzt auch in die Pflicht: "Wir haben das letztes Wochenende mit der Leistung, vor allem in Bayreuth, selbst verbockt. Einige der Gründe sind unverschuldet und würden deshalb in der Öffentlichkeit als Ausrede ankommen. Dann gibt es noch selbstverschuldete Gründe. Da gilt es den Hebel anzusetzen, was eigentlich schon letzte Woche geschehen sollte, aber aufgrund der Turbulenzen im Umfeld nicht möglich war".

Die Pfiffe gegen den Großteil des Teams, die in Bayreuth nach der 2:7-Klatsche erfolgten, verurteilt er nicht: "Nach unserer Leistung, insbesondere am Sonntag, was das Fass bei vielen Fans einfach voll. Die Erwartungshaltung in dieser Saison war bei ihnen sehr hoch und die Leistungen der Mannschaft bereits in der Vorrunde viel zu durchwachsen, da bleibt es nicht aus, dass man seinem Frust mal freien Lauf lässt. Schlimmer wär´s, die Fans würden überhaupt keine Reaktion zeigen. Denn das hieße, sie hätten die Mannschaft schon aufgegeben".

Der Verteidiger stand selbst gegen die Tigers unerwartet wieder mal im Sturm, weil die Liste der Ausfälle ausgerechnet nach den Abgängen von Michael Thurner und Marcel Mrachatz wieder stark angewachsen ist. So wird am Freitag in Selb Beppi Eckmair seine Sperre wegen der dritten 10-Minuten-Strafe absitzen, zudem fehlen wohl weiterhin Roman Nikitin und Thomas Richter mit einer Knieverletzung. Die Nummer 18 wollte es am Sonntag zwar versuchen, musste dann aber schon das Warmlaufen abbrechen. Ein winziges Fünkchen Hoffnung besteht noch im Falle Nikitin, der in dieser Woche probeweise das Taining aufnehmen will, dessen Leistenzerrung aber normalerweise noch einige Zeit zum Auskurieren braucht. Leider steht auch Nicklas Zimmermann als der Spieler aus dem Nachwuchs, der das Zeug zum Nachrücken hätte, wegen eines Innenbandrisses nicht zur Verfügung. Zumindest Varian Kirst soll aller Wahrscheinlichkeit nach wieder im Aufgebot stehen.

Druck liegt bei diesem doppelten Derby auch auf der Seite der Wölfe. Der Vorrundenerste hätte mit zwei Niederlagen seinerseits das Ausscheiden zu befürchten, tritt dazu gegen Mighty Dogs an, die mit dem Rücken zur Wand stehen und nichts mehr zu verlieren haben, selbst eine knapp verlorenes Spiel im Icedome über den direkten Vergleich noch ausgleichen könnten. Und angesichts der Schweinfurter Ausfalliste kann der VER nur als haushoher Favorit gelten.

Eine Diskussion um Horst Forster, stellt der Abteilungsleiter klar, gibt es bei den Dogs derzeit nicht: "Ist ein Trainer das Hauptpromlem einer Misere, führt über kurz oder lang kein Weg an einer Trennung vorbei. Insbesondere, wenn das Verhältnis zur Mannschaft zerrüttet ist. Davon kann bei uns keine Rede sein. In aller Regel sind mangelnde Leistungen sehr vielschichtig. Von einer Trainerentlassung als Alibi halte ich überhaupt nichts. Wenn es danach ginge, wären hier in Schweinfurt in der Vergangenheit schon einige Köpfe gerollt. Wie sich hinterher herausgestellt hat, völlig unnötig. Entscheidend ist die Beurteilung, welche Auswirkungen und Effekte eine Trainerentlassung kurz und  langfristig hat. Der Druck auf Horst Forster ist natürlich immens; als Trainer, der in der Öffentlichkeit steht, muß ich das aber aushalten können. Wenn man als Spieler, Trainer oder Abteilungsleiter mit dem öffentlichen Druck nicht umgehen kann, dann muß man sich eben was ruhigeres suchen. Aber so wie ich das beurteile, ist bei uns keiner an Bord, der unter Druck zusammenbrechen würde".

eishockey.net / PM Schweinfurt




 
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